Von der EM-Absage zur WM-Perspektive: Die Achterbahnfahrt von Goretzka und Nagelsmann
Diese Worte des Bundestrainers sorgten für Überraschung! Julian Nagelsmann (38) äußerte sich im kicker-Interview über Bayerns Leon Goretzka (31): „Stand jetzt wird Leon Goretzka, trotz weniger Spielzeit bei Bayern, gute Chancen haben, zu spielen und eine ähnliche Rolle zu haben wie in der WM-Quali.“ Eine Art Freifahrtschein für die Weltmeisterschaft im Sommer – dabei war Goretzka noch vor nicht allzu langer Zeit beim DFB völlig aus dem Fokus geraten. Die BILD erklärt das Auf und Ab zwischen dem Mittelfeldspieler und dem Bundestrainer.
Eine Beziehung mit Höhen und Tiefen
Während Nagelsmanns Zeit als Bayern-Trainer gehörte Goretzka zu seinen Unterstützern. Nach dessen Entlassung verteidigte er den Trainer vehement: „Ich persönlich hatte keine Risse zu Julian. Ich weiß nicht, wie es bei anderen Spielern war. Ich würde lügen, wenn ich sage, die letzten Tage hätten mich nicht betroffen gemacht. Extrem schwierig. Wir haben eine sehr enge Beziehung zu Julian gepflegt.“
Als Nagelsmann im September 2023 Bundestrainer wurde, zählte Goretzka natürlich zu den Leistungsträgern. Bei den peinlichen DFB-Niederlagen im November 2023 gegen Österreich (0:2) und die Türkei (2:3) war er noch im Kader. Doch 2024 wurde er plötzlich ausgebootet und verpasste sogar die Heim-Europameisterschaft!
Die Gründe für das EM-Aus
Nagelsmann hatte im EM-Jahr Toni Kroos (36) als Sechser zurückgeholt und wollte mit Robert Andrich (31) einen echten Arbeiter daneben haben. Zudem ging es um die „Rollen-Diskussion“. Der Bundestrainer erwartete von Reservisten, dass sie ihre Rolle klar akzeptieren – bei Goretzka konnte er sich das offenbar nicht so gut vorstellen.
Am 14. März 2024 verkündete Nagelsmann den Goretzka-Hammer: „Natürlich war er auch gefrustet, traurig und enttäuscht. Wenn du so einen Spieler schon mal trainiert hast im Verein, kein angenehmes Gespräch.“ Anschließend herrschte nach BILD-Informationen monatelange Funkstille zwischen den beiden. Goretzka und der DFB schienen Geschichte, zumal Bayern den Spieler loswerden wollte und er nicht mehr regelmäßig zum Einsatz kam.
Die überraschende Wende
Erst fast ein Jahr später, nach dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Bayer Leverkusen am 5. März 2025, meldete sich der Bundestrainer. In einem persönlichen Treffen sprachen sich beide aus, und Goretzka wurde für die Nations-League-Playoffs nominiert. Nagelsmann kommentierte damals: „Er hat sich aus einer sehr schweren Phase gut rausgekämpft und spielt wieder eine tragende Rolle. Wir hatten immer einen sehr, sehr guten Draht zueinander, er ist ein sehr reflektierter, cleverer Spieler, der die Dinge gut einschätzen kann.“
Der Mittelfeldspieler des Rekordmeisters lieferte sofort ab. Nach seinem starken Spiel gegen Italien schwärmte der Bundestrainer: „Es ist generell ratsam im Leben, nicht immer alles gleich hinzuwerfen. Leon hat bewiesen, dass es sich lohnt dranzubleiben, mal Täler zu durchschreiten und sich aus den vielen Diskussionen herauszuhalten.“
Seit diesem Zeitpunkt ist Goretzka wieder fester Bestandteil der DFB-Elf – und bleibt es nun sogar für die WM, trotz seiner aktuell größeren Reservisten-Rolle bei Bayern. Eine Geschichte, die zeigt, wie schnell sich Perspektiven im Fußball ändern können.



