Tarifeinigung im sächsischen Nahverkehr: Vierjähriger Kündigungsschutz und höhere Zuschläge für 6.500 Beschäftigte
Tarifeinigung im sächsischen Nahverkehr: Kündigungsschutz für 6.500

Tarifeinigung im sächsischen Nahverkehr: Vierjähriger Kündigungsschutz und höhere Zuschläge für 6.500 Beschäftigte

Der langwierige Tarifkonflikt im öffentlichen Nahverkehr in Sachsen hat ein Ende gefunden. Nach monatelangen Verhandlungen und Warnstreiks haben sich der Kommunale Arbeitgeberverband Sachsen und die Gewerkschaft ver.di auf einen umfassenden Tarifvertrag geeinigt. Dieser bringt wesentliche Verbesserungen für die rund 6.500 Beschäftigten der Verkehrsbetriebe in Chemnitz, Dresden, Leipzig und Zwickau.

Kernpunkte der Einigung: Sicherheit und finanzielle Aufwertung

Im Zentrum der Vereinbarung steht ein vierjähriger Kündigungsschutz, der den Beschäftigten bis Ende 2029 Planungssicherheit bietet. Sollte es bei den Verkehrsbetrieben in Plauen zu Personalabbau kommen, verpflichten sich die anderen Unternehmen, diese Mitarbeiter aufzunehmen. Diese Regelung schafft eine wichtige soziale Absicherung in einer wirtschaftlich angespannten Zeit.

Finanziell profitieren die Beschäftigten durch eine stufenweise Erhöhung der Jahressonderzahlung von derzeit 30 Prozent auf bis zu 50 Prozent eines Monatsentgelts. Zudem werden die Nachtarbeitszuschläge angehoben und es gibt konkrete Entlastungen bei Ruhezeiten sowie Dienstschichtlängen. Die Löhne entwickeln sich weiter parallel zu den Entgelten des öffentlichen Dienstes, was eine stabile Einkommensentwicklung garantiert.

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Gescheiterte 35-Stunden-Woche, aber tragfähiger Kompromiss

Die Gewerkschaft ver.di konnte sich mit ihrer zentralen Forderung nach einer 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich nicht durchsetzen. Es bleibt bei der bisherigen 38-Stunden-Woche. Dennoch bewerten beide Seiten die Einigung als tragfähigen Kompromiss.

Ver.di-Verhandlungsführer Paul Schmidt betonte, dass in den aktuell sehr angespannten Zeiten ein ausgewogener Ausgleich gefunden wurde. Jens Meiwald, Verhandlungsführer und Vorstand der Chemnitzer Verkehrs AG, erklärte, dass durch die Verhinderung der Arbeitszeitreduzierung deutliche Leistungskürzungen im Nahverkehr abgewendet werden konnten. Dies sei angesichts der finanziellen Herausforderungen der Verkehrsbetriebe ein wichtiger Erfolg.

Rückwirkende Gültigkeit und regionale Bedeutung

Der Tarifvertrag gilt rückwirkend zum 1. Januar 2026 und hat eine Laufzeit bis Ende 2029. Die Verhandlungen betrafen ausschließlich die sächsischen Nahverkehrsbetriebe und zeigen, wie regionale Tarifpolitik in schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gestaltet werden kann.

Die Einigung beendet einen Konflikt, der durch zahlreiche Warnstreiks geprägt war und die Mobilität in Sachsen zeitweise beeinträchtigte. Mit dem jetzt gefundenen Kompromiss erhalten die Beschäftigten nicht nur verbesserte Arbeitsbedingungen, sondern auch die Gewissheit, dass ihre Interessen in den kommenden Jahren geschützt sind.

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