Fairplay-Aktion von Gregoritsch löst Lob und Schiedsrichter-Kritik aus
Gregoritschs Fairplay-Aktion: Lob und Schiedsrichter-Kritik

Fairplay-Aktion von Gregoritsch sorgt für Diskussionen

Im Bundesliga-Spiel zwischen dem Hamburger SV und dem FC Augsburg sorgte Stürmer Michael Gregoritsch mit einer außergewöhnlichen Fairplay-Aktion für Aufsehen. Der 31-jährige Österreicher korrigierte kurz vor der Halbzeitpause eine Entscheidung von Schiedsrichter Deniz Aytekin zu seinen eigenen Ungunsten, nachdem dieser ihn in einem Zweikampf mit HSV-Spieler Fabio Vieira gefragt hatte.

Lob von allen Seiten für Gregoritsch

Die Reaktionen auf Gregoritschs ehrliches Verhalten fielen durchweg positiv aus. „Chapeau für den Gregorl“, sagte Augsburgs Trainer Manuel Baum und bezeichnete die Aktion als „super“. Auch Schiedsrichter Aytekin zeigte sich beeindruckt: „Das war ganz großes Kino“, erklärte der 47-Jährige bei Sky. „Viele sagen, im Fußball gibt es keinen Respekt und keine Fairness und keine Menschlichkeit. Das war ein Musterbeispiel für gegenseitige Wertschätzung.“

Aytekin schilderte den Ablauf der Szene an der Strafraumgrenze des HSV: Zunächst hatte er ein Foul von Vieira an Gregoritsch gesehen, doch dann kamen ihm Zweifel. Nach seiner Nachfrage beim Augsburger Stürmer stellte sich heraus, dass tatsächlich Gregoritsch versehentlich Vieira getroffen hatte. „Dadurch, dass ich auf ihn lande, war das ein Schieri-Ball. Dann war das für mich auch okay“, erklärte Gregoritsch die Situation.

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Kritik an Schiedsrichter Aytekin

Trotz des Lobes für seinen Spieler übte Trainer Manuel Baum deutliche Kritik an Schiedsrichter Deniz Aytekin. „Trotzdem finde ich es nicht gut, dass ein Schiedsrichter einen Spieler fragt“, sagte Baum. Er warf die hypothetische Frage auf: „Was wäre denn gewesen, wenn Gregoritsch nicht ehrlich gewesen wäre?“ und gab gleich selbst die Antwort: „Dann wäre er jetzt der Buhmann.“

Baum betonte weiter: „Wenn ich Schiedsrichter wäre, würde ich die Verantwortung nicht auf den Spieler abschieben.“ Für die Entscheidung sei der Schiedsrichter da und müsse diese eigenständig treffen können, ohne die Spieler in eine moralische Zwickmühle zu bringen.

Respektvolle Reaktionen und nachträgliches Gespräch

Nach der korrigierten Entscheidung bedankte sich Aytekin bei Gregoritsch, und auch Gegenspieler Vieira klatschte sich mit dem Augsburger ab. Der besondere Moment wurde zusätzlich dadurch unterstrichen, dass Gregoritsch von 2015 bis 2017 selbst für den Hamburger SV gespielt hatte und damit an seiner alten Wirkungsstätte im Volksparkstadion auflief.

HSV-Trainer Merlin Polzin zeigte sich ebenfalls anerkennend: „Man sieht, was er für ein fairer Sportmann er ist“. Nach dem Spiel unterhielt sich Polzin noch längere Zeit mit Gregoritsch. In diesem Gespräch beschwerte sich der Augsburger allerdings darüber, „mit welcher Energie wir einen Elfmeter versucht haben zu erwirken“, wie Polzin verriet. Der HSV-Trainer räumte ein: „Da habe er recht gehabt. Dafür habe ich mich entschuldigt, weil das nicht passend war mit seiner Aktion.“

Das 1:1-Unentschieden zwischen dem Hamburger SV und dem FC Augsburg wird somit nicht nur sportlich, sondern auch aufgrund dieser bemerkenswerten Fairplay-Szene in Erinnerung bleiben, die grundsätzliche Fragen zur Rolle und Verantwortung von Schiedsrichtern im modernen Fußball aufwirft.

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