Manuel Gräfe erwartet zusätzliche UEFA-Sperre für Kimmich und Olise vom FC Bayern
Gräfe erwartet zusätzliche Sperre für Kimmich und Olise

Manuel Gräfe erwartet zusätzliche UEFA-Sperre für Kimmich und Olise

Der ehemalige Spitzenschiedsrichter Manuel Gräfe hat sich in die aktuelle Debatte um die Gelben Karten von Joshua Kimmich und Michael Olise beim FC Bayern eingeschaltet. Der 52-jährige Experte geht davon aus, dass der europäische Fußballverband UEFA gegen beide Spieler eine zusätzliche Sperre verhängen wird. Hintergrund sind die Verwarnungen, die sich Kimmich und Olise beim 6:1-Kantersieg im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Atalanta Bergamo einhandelten.

Verdacht auf absichtliche Sperre

Im Raum steht der Verdacht, dass sich die Bayern-Profis bewusst Gelbe Karten einhandelten, um im Rückspiel gesperrt zu sein und dann in einem möglichen Viertelfinale wieder zur Verfügung zu stehen. Die UEFA-Disziplinarordnung untersagt ein solches Vorgehen ausdrücklich. „Ramos wurde deshalb mal für zwei Spiele gesperrt und es wäre deshalb nicht überraschend, wenn das nun auch beide Spieler vom FCB trifft!“, schrieb Gräfe in einem Beitrag auf der Plattform X.

Der Ex-Referee verwies auf die Bestimmungen des europäischen Fußballverbands, wonach zusätzliche Sperren nur bei „klarer absichtlicher Erlangung einer Gelben oder Roten Karte“ verhängt werden. Gräfe räumte zwar ein, dass Absicht schwer zu beweisen sei, verwies aber auf die indirekte Beweisführung, die in solchen Fällen angewendet werden kann.

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Kimmichs Rechtfertigung unter Beschuss

Joshua Kimmich hatte sich nach der Partie öffentlich gerechtfertigt und fehlende Anspielstationen als Grund für sein Zeitspiel genannt. Manuel Gräfe attestierte dem Nationalspieler zwar einen „guten Versuch“ mit cleverer Formulierung, zweifelte jedoch die Plausibilität dieser Argumentation an. „Aber die UEFA wird sich daraufhin die Bilder anschauen und feststellen, dass der Ball am Anfang gut spielbar war“, so Gräfe weiter.

Der Experte wies darauf hin, dass Kimmich den Ball auch hätte lang schlagen können und dass bei einem Zwischenstand von 6:0 eigentlich kein Grund für Zeitspiel bestanden habe. „Daher wäre alles andere als eine Ermittlung und Sperre überraschend“, urteilte der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter.

UEFA noch nicht aktiv geworden

Bislang hat die UEFA noch keine offiziellen Untersuchungen eingeleitet. Nach Informationen von SPORT1 heißt es hinter den Kulissen des europäischen Fußballverbands allerdings, dass es vermutlich keine zusätzliche Sperre für Kimmich und Olise geben wird. Auch die französische Sportzeitung L'Equipe berichtete, dass der norwegische Schiedsrichter Espen Eskas in seinem Spielbericht keine Auffälligkeiten zu den beiden Bayern-Spielern vermerkt habe.

Gleichzeitig betonte Gräfe: „Allerdings sitzen bei der UEFA auch keine Amateure und jeder weiß, was dort abgelaufen ist…“. Der Ex-Schiedsrichter schloss nicht aus, dass die UEFA von einer Strafe absehen könnte, um die sportliche Attraktivität ihres eigenen Wettbewerbs nicht zu gefährden. Eventuell sei Kimmichs Argumentation auch „gut genug“ gewesen, um eine zusätzliche Sanktion zu vermeiden.

Die Entscheidung der UEFA wird mit Spannung erwartet, da sie nicht nur Konsequenzen für den FC Bayern in der laufenden Champions-League-Saison haben könnte, sondern auch als Präzedenzfall für zukünftige ähnliche Fälle dienen würde.

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