USA bitten G7 um Unterstützung bei Straße von Hormus - Iran-Konflikt belastet Bündnisse
USA bitten G7 um Hilfe bei Straße von Hormus - Iran-Konflikt

USA fordern bei G7-Treffen Unterstützung für Schutz der Straße von Hormus

Die strategisch bedeutsame Straße von Hormus wird erneut zum Brennpunkt internationaler Spannungen. US-Außenminister Marco Rubio hat bei einem Treffen der G7-Außenminister im französischen Vaux-de-Cernay deutlich gemacht, dass die Vereinigten Staaten von ihren engsten Partnern mehr Engagement zum Schutz dieser lebenswichtigen Handelsroute erwarten. „Es ist in deren Interesse, zu helfen“, betonte Rubio laut Angaben seines Ministeriums. Viele Nationen seien sogar stärker von den Energielieferungen durch die Meerenge abhängig als die USA selbst.

Konkrete Forderungen bleiben zunächst vage

Was genau die amerikanische Regierung von ihren Verbündeten erwartet, ließ der US-Chefdiplomat zunächst offen. Unklar blieb auch, ob es sich bei der geforderten Unterstützung um den Einsatz von Minensuchern, Marineeinheiten oder andere militärische Kapazitäten handeln soll. Diese Entscheidung überlasse er dem Pentagon, erklärte Rubio. Für Washington gehe es bei der Initiative weniger um eigene Interessen als vielmehr um die Stabilität des globalen Energiemarktes insgesamt.

Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit. Ein erheblicher Teil des internationalen Ölhandels passiert die schmale Meerenge zwischen dem Iran und Oman. Rubio machte in seinen Äußerungen deutlich, dass er die Verantwortung für die angespannte Lage allein beim Iran sieht. Die Meerenge könnte „morgen offen sein, wenn der Iran aufhören würde, die weltweite Schifffahrt zu bedrohen“, so der Außenminister. Teheran werfe er vor, durch sein Verhalten nicht nur den internationalen Schiffsverkehr zu gefährden, sondern damit auch das Völkerrecht zu verletzen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Transatlantische Beziehungen unter Druck

Die Forderung aus Washington kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die transatlantischen Beziehungen ohnehin unter erheblichem Druck stehen. US-Präsident Donald Trump hatte sich nur wenige Stunden vor Rubios Abreise zum G7-Treffen bitter darüber beklagt, dass NATO-Staaten nicht bereit seien, den USA und Israel im Iran-Konflikt beizustehen. „Wir sind sehr enttäuscht von der NATO, weil die NATO absolut nichts getan hat“, äußerte der Präsident.

Beobachter werten die zurückhaltende Haltung europäischer Staaten als deutliches Zeichen dafür, wie tief der Riss zwischen den Verbündeten nach verschiedenen diplomatischen Zerwürfnissen geworden ist. Dazu zählt insbesondere der sogenannte Grönland-Streit, bei dem Trump mit einer Annexion der zu Dänemark gehörenden Insel aus Sicherheitsinteressen gedroht hatte. Auch die sinkende amerikanische Unterstützung für die Ukraine unter der Trump-Administration nährt Sorgen europäischer Partner, ob man sich noch uneingeschränkt auf Washington verlassen kann.

Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten hat diese Spannungen zusätzlich verschärft. Kritiker weisen darauf hin, dass die als „Freestyle-Diplomatie“ bezeichnete Außenpolitik Trumps (so die „New York Times“) die dramatische Lage an den Energiemärkten überhaupt erst mitverursacht habe. Dennoch beharrt die amerikanische Regierung auf ihrer Position und sucht nun bei den G7-Partnern – zu denen neben den USA Großbritannien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Japan und Italien zählen – Unterstützung für ihre Strategie.

Deutschlands Außenminister Johann Wadephul (CDU) wurde am Vortag des G7-Treffens von seinem französischen Amtskollegen Jean-Noel Barrot in einem historischen Schloss in Cernay-la-Ville empfangen. Die europäischen Positionen zu den amerikanischen Forderungen bleiben abzuwarten, doch die Signale aus Washington deuten auf einen weiteren Belastungstest für die westlichen Bündnisstrukturen hin.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration