Verletzung von Giulia Gwinn trübt klaren DFB-Sieg gegen Österreich
Begleitet von einem Schreckmoment um Kapitänin Giulia Gwinn setzen die deutschen Fußballerinnen ihre erfolgreiche WM-Qualifikation fort. Im Frankenstadion in Nürnberg besiegte das Team von Bundestrainer Christian Wück Österreich mit einem deutlichen 5:1 (1:0). Dieser dritte Sieg im dritten Qualifikationsspiel für die Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien wurde jedoch von der Verletzung der Anführerin überschattet.
Früher Abgang der Kapitänin
Bereits in der 33. Spielminute musste Giulia Gwinn nach einem unglücklichen Zusammenprall mit Melanie Brunnthaler vom Hamburger SV den Platz verlassen. Die 26-jährige Rechtsverteidigerin fiel dabei auf die linke Schulter. Eine genaue Diagnose stand zunächst aus, doch ein erneuter Ausfall wäre besonders für den FC Bayern vor dem Champions-League-Halbfinale am 25. April gegen den FC Barcelona ein schwerer Schlag.
Für Gwinn persönlich ist dies ein weiterer Rückschlag in einer von Verletzungen geprägten Karriere. Bei der Europameisterschaft im Vorjahr kostete sie eine Innenbandverletzung im linken Knie fast das gesamte Turnier. In den Jahren zuvor hatte die Spielerin bereits zwei Kreuzbandrisse (2020 und 2022) erlitten, schaffte aber stets ein beeindruckendes Comeback.
Deutlicher Sieg nach durchwachsenem Start
Ohne ihre Kapitänin, für die Carlotta Wamser eingewechselt wurde, fand die DFB-Elf vor allem nach der Pause zu ihrer gewohnten Stärke. Vor 24.237 Zuschauern erzielten Nicole Anyomi (17. Minute), Vivien Endemann (52.), Sarah Puntigam (68./Eigentor), Jule Brand (76.) und Lea Schüller (83.) die Treffer für Deutschland. Für Österreich gelang Chiara D'Angelo in der 77. Minute lediglich der Ehrentreffer.
Emotional wurde es kurz vor Anpfiff, als die im Oktober aus der Nationalmannschaft zurückgetretene Sara Däbritz verabschiedet wurde. Die 31-jährige Mittelfeldspielerin von Real Madrid, die 2013 Europameisterin und 2016 Olympiasiegerin wurde, erhielt von Sportdirektorin Nia Künzer und DFB-Präsident Bernd Neuendorf Blumen zum Abschied nach 111 Länderspielen und 18 Toren.
Schwierige erste Halbzeit gegen defensive Österreicherinnen
Die erste Halbzeit gestaltete sich für die deutschen Spielerinnen überraschend schwierig. Gegen die sehr tief stehende Fünferkette der Österreicherinnen, die Trainer Alexander Schriebl vor Torhüterin Mariella El Sherif von Werder Bremen aufgebaut hatte, fehlte es anfangs an Durchschlagskraft.
„Wir wollen von Anfang an da sein und, wenn möglich, zu null spielen“, hatte Bundestrainer Christian Wück vor dem Spiel im ZDF als Ziel ausgegeben. Anyomis frühes Tor und ein Distanzschuss von Nüsken sorgten für etwas Gefahr, doch insgesamt mangelte es dem deutschen Spiel an Passschärfe und Räumen – genau jene Aspekte, die Wück in den vergangenen Trainingseinheiten in Herzogenaurach hatte verbessern wollen.
Torflut nach der Pause
Ein Eckstoß von Jule Brand brachte schließlich die Führung. Anyomi stocherte den Ball nach starken Paraden von Torhüterin El Sherif gegen Rebecca Knaak und Janina Minge über die Linie. Kurz vor der Pause vergab Brand die beste Chance, als sie allein vor El Sherif scheiterte.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte das deutsche Team den Druck deutlich, während den Österreicherinnen zunehmend die Kräfte schwanden. Eine präzise Flanke von Brand verwertete Endemann zum 2:0, ein weiterer Eckstoß der deutschen Spielerin lenkte die Österreicherin Puntigam unglücklich ins eigene Tor.
Als Brand schließlich selbst traf, zeigte sich die deutsche Defensive kurz unaufmerksam, was D'Angelo zum Ehrentreffer für Österreich nutzte. Die eingewechselte Lea Schüller besorgte mit ihrem 56. Tor im 85. Länderspiel den Endstand zum 5:1.
Weiter auf Kurs zur WM 2027
Trotz des ersten Gegentors in der laufenden WM-Qualifikation bleibt die DFB-Elf als Gruppenerster voll im Soll. Nach den souveränen Siegen gegen Slowenien (5:0) und in Norwegen (4:0) bestätigte das Team seine starke Form. Norwegen liegt als Zweiter der Gruppe hinter Deutschland, nachdem es gegen Slowenien ebenfalls mit 5:0 gewann.
Für Bundestrainer Christian Wück und sein Team geht die Qualifikation am Samstag um 18:00 Uhr mit dem Rückspiel gegen Österreich in Ried weiter. Die Verletzung von Giulia Gwinn wird dabei sicherlich im Fokus stehen, doch die Mannschaft hat bewiesen, dass sie auch ohne ihre Kapitänin in der Lage ist, überzeugende Leistungen zu zeigen.



