Hamann kritisiert Bayern scharf: Schiri-Protest sei eines Weltvereins unwürdig
Hamann: Bayerns Schiri-Protest unwürdig für Weltverein

Hamann verurteilt Bayern-Protest als unwürdiges Verhalten

Der ehemalige Nationalspieler Dietmar Hamann hat mit deutlichen Worten auf den Einspruch des FC Bayern München gegen den Platzverweis für Stürmer Luis Díaz reagiert. In der Fußball-Talkshow Sky90 bezeichnete der frühere Bayern-Profi das Vorgehen des Rekordmeisters als skandalös und eines Weltvereins nicht würdig. „Ein Weltverein legt Protest ein gegen eine Gelb-Rote Karte, wo der Spieler versucht, einen Elfmeter zu schinden“, kritisierte Hamann scharf.

Bayern legt formellen Einspruch gegen Sperre ein

Am Sonntag hatte Bayern-Vorstandschef Jan-Christian Dreesen dem Pay-TV-Sender Sky bestätigt, dass der Club die automatische Sperre für Díaz nach dessen Gelb-Roter Karte im Spiel bei Bayer Leverkusen nicht akzeptieren werde. Der FC Bayern hat beim Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes offiziell Einspruch gegen die Strafe eingelegt. Die Chancen auf eine Begnadigung für das anstehende Heimspiel gegen den 1. FC Union Berlin werden jedoch als gering eingeschätzt.

Hamann sieht Schiedsrichter-Gilde gefährdet

Hamann, der selbst von 1993 bis 1998 für den FC Bayern spielte, sieht in dem Vorgehen der Münchner ein ernsthaftes Problem für die gesamte Schiedsrichter-Gilde. „Wir haben große Probleme, dass wir junge Schiedsrichter finden, weil keiner mehr pfeifen will, weil es körperliche Angriffe gibt. Und das befeuert das doch nur“, argumentierte der 52-Jährige. Besonders betonte er die Vorbildfunktion des FC Bayern: „Und das ist der FC Bayern, das ist unser Flaggschiff des deutschen Fußballs!“ Das Verhalten der Bayern sei „das eigentlich Skandalöse an diesem ganzen Spiel, an diesem ganzen Vorgang“.

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Kritik an Uli Hoeneß und Christian Dingert

Hamann ging auch auf die scharfe Kritik von Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß am Schiedsrichter-Team um Hauptreferee Christian Dingert ein. Hoeneß hatte in der „Bild“-Zeitung poltert: „Das ist die schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe.“ Hamann fand diese Äußerungen „übertrieben und überzogen“.

Interessant ist Hamanns Interpretation von Dingerts Verhalten nach dem Spiel. Der Schiedsrichter hatte einen Fehler bei der Bewertung der zweiten Gelben Karte für Díaz eingeräumt. Hamann konnte dies nicht nachvollziehen und mutmaßte: „Die Münchner scheinen ihn da ein Stück weit weichgekocht zu haben.“ Der Ex-Profi hält die Gelbe Karte und damit den Platzverweis für Díaz für absolut richtig: „Der Diaz weiß, dass er den Ball nicht mehr bekommt, dass er die Balance verliert, dann hält er den Fuß raus, um einen Kontakt zu provozieren mit Blaswich. Er macht das, um einen Elfmeter zu schinden.“

Weitere umstrittene Entscheidungen im Topspiel

Das Bundesliga-Topspiel zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern war von mehreren umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen geprägt. Neben dem Platzverweis für Luis Díaz zeigte Christian Dingert auch dem Münchner Nicolas Jackson die Rote Karte. Zudem wurden zwei Bayern-Tore von Jonathan Tah und Harry Kane jeweils wegen eines vorangegangenen Handspiels aberkannt. Diese Entscheidungen hatten bereits im Vorfeld für Diskussionen gesorgt und führten letztlich zu der scharfen Reaktion des FC Bayern.

Hamann appellierte abschließend an die Verantwortung großer Vereine: „Du musst doch auch mal in der Niederlage - die es ja nicht mal war - das mit Respekt und Würde anerkennen, dass Fehler gemacht werden oder auch nicht.“ Seine Kritik richtet sich nicht nur gegen den konkreten Einspruch, sondern gegen eine Haltung, die er als schädlich für den gesamten Fußball betrachtet.

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