Wolfsburgs Trainer rechnet nach Leverkusen-Pleite mit Unparteiischem ab
Nach der deutlichen 3:6-Niederlage beim Bundesliga-Spitzenreiter Bayer Leverkusen hat Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking (61) ungewöhnlich scharfe Kritik am Schiedsrichter geäußert. Der erfahrene Coach, der um den Bundesliga-Verbleib seines Teams zittert, zeigte sich auf der anschließenden Pressekonferenz sichtlich verärgert über die Leistung von Unparteiischem Martin Petersen (41).
„Unterirdische Leistung“ des Schiedsrichters
Hecking griff das Thema ungefragt auf und ließ keinen Zweifel an seiner Meinung: „Ich bin weit davon entfernt, die Schuld beim Schiedsrichter zu suchen, dass man sechs Gegentore bekommen hat. Aber diese Leistung war heute unterirdisch in vielen Belangen, aus meiner Sicht.“ Der Trainer führte mehrere konkrete Situationen an, die seiner Ansicht nach falsch entschieden wurden.
Zu den strittigen Szenen gehörten laut Hecking:
- Ein sofort gepfiffener Elfmeter für Leverkusen, während bei einer klaren Elfmeter-Situation für Wolfsburg der VAR konsultiert wurde
- Eine nicht geahndete Gelb-Rote Karte für Leverkusens Edmond Tapsoba nach einem Ellenbogenschlag
- Ein nicht gepfiffenes Foul vor dem 4:3, das auch der VAR hätte erkennen müssen
Defensivprobleme bleiben Hauptsorge
Trotz der Kritik am Schiedsrichter räumte Hecking ein, dass die drohende erste Bundesliga-Relegation in der Klubgeschichte nicht primär auf Schiedsrichterentscheidungen zurückzuführen sei. „Wir dürfen nicht solche Gegentore kriegen“, analysierte der Trainer die defensive Schwäche seines Teams. Die Wölfe haben seit elf Spielen nicht mehr gewonnen und kassierten in den vergangenen 20 Partien mindestens einen Gegentreffer.
Hecking kritisierte die defensive Leistung gegen Leverkusen deutlich: „Leverkusen hat einen Haufen Torchancen gehabt, wo wir sehr luftig verteidigt haben, ohne Körperkontakt. Das sechste Gegentor ist einfach zu billig, das hat mit Bundesliga-Fußball nichts zu tun.“
Versöhnlicher Abschluss mit Blick nach vorn
Am Ende seiner Ausführungen fand Hecking versöhnlichere Töne: „Normalerweise müssen wir Trainer uns auf das konzentrieren, was wir unmittelbar beeinflussen können. Nämlich die Mannschaftsleistung“, betonte der 61-Jährige. Mit Blick auf den kritisierten Schiedsrichter fügte er hinzu: „Martin Petersen wird nächste Woche ein besseres Spiel pfeifen und wir spielen hoffentlich besser in der Defensive.“
Die Niederlage in Leverkusen verschärft die Abstiegssorgen bei den Wolfsburgern, die sich in akuter Tabellennot befinden. Während die Schiedsrichterleistung für Diskussionen sorgt, bleibt die defensive Instabilität das Hauptproblem des Teams in der entscheidenden Phase der Saison.



