Heidenheim-Coach Schmidt: „So gehen wir nicht aus dem Spiel!“ – Pausen-Appell bringt Wende
Der 1. FC Heidenheim hat sich im Kampf gegen den Abstieg nicht kampflos geschlagen gegeben. Das überraschende 3:3 nach einem 0:2-Rückstand gegen den Vizemeister Bayer Leverkusen wurde vom Schlusslicht der Liga wie ein Sieg gefeiert, die Fans reagierten euphorisch auf das unerwartete Remis. Dabei sah die erste Halbzeit für den FCH erneut düster aus, als die Gegentore von Malik Tillman (23) und Patrik Schick (30) fielen und die Mannschaft nahezu körperlos wirkte.
Schmidts emotionaler Appell in der Kabine
In der Halbzeitpause wurde Trainer Frank Schmidt (52) laut und packte seine Spieler bei der Ehre. Nach dem Abpfiff verriet der Coach den Inhalt seines leidenschaftlichen Kabinen-Appells. Schmidt erklärte: „So gewinnst du auf keiner Kirmes einen Blumentopf. Ich habe meinen Spielern gesagt: ‚So gehen wir nicht aus dem Spiel!‘ Deswegen habe ich das klar angesprochen und wurde nicht enttäuscht – ein Riesenkompliment an meine Jungs für die zweite Halbzeit.“
Der eingewechselte Marvin Pieringer (26) erzielte per Kopf das entscheidende 3:3 für Heidenheim und krönte damit die deutliche Leistungssteigerung nach der Pause. Trainer Schmidt, der seinen Vertrag bis 2027 erfüllen wird, kritisierte insbesondere das Abwehrverhalten beim 0:2 von Schick: „Als Verteidiger brauchst du bei einer Flanke immer Körperkontakt zum Gegner. Du musst ihn spüren – egal ob er vor dir, hinter dir, links oder rechts steht. Und da haben wir sehr schlecht verteidigt. Genau das habe ich der Mannschaft zum Vorwurf gemacht in der Halbzeitpause, dass es so nicht geht.“
Appell an die Einstellung und mentale Stärke
Schmidt betonte, dass er trotz der aussichtslosen Tabellensituation den einfachen Weg vermieden habe. „Auch wenn wir Letzter sind, wäre es einfach gewesen, in Selbstmitleid zu verfallen und zu sagen: Das kann passieren gegen Leverkusen. Aber ich habe den anderen Weg gewählt und auch an jeden einzelnen Spieler appelliert, dass die Einstellung anders sein muss, dass wir körperbetonter und aggressiver sein müssen, um die Leverkusener einfach auch früher zu stören. Jeder hat nach dem 1:2 gesehen, dass wir zurückkommen können.“
Der gewonnene Punkt wird den Abstieg des 1. FC Heidenheim zwar nicht mehr verhindern, doch für Schmidt hat er eine immense Bedeutung. „Es ist wichtig für jeden Einzelnen von uns, endlich mal wieder ein solches Erfolgserlebnis zu haben. Es gab für unsere Fans endlich wieder etwas zu feiern. Sie haben uns nie ausgepfiffen – jetzt konnten wir etwas zurückgeben.“ Die emotionale Reaktion der Fans und die kämpferische Leistung der Mannschaft unterstreichen, dass der Verein trotz der schwierigen Saison weiterhin mit vollem Einsatz antritt.



