Heidenheim verpasst knappen Coup gegen Stuttgart in spektakulärem 3:3
Der 1. FC Heidenheim hat im dramatischen Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga einen möglichen Sieg gegen den hoch favorisierten VfB Stuttgart in letzter Minute aus der Hand gegeben. Vor 15.000 begeisterten Zuschauern erkämpften sich die Ostalb-Kicker gegen den Europa-League-Teilnehmer ein denkwürdiges 3:3 (2:2), das bis zur 83. Minute noch nach einem Heidenheimer Sieg aussah.
Spannende Schlussphase und Undavs späte Rettung
In einer äußerst unterhaltsamen und temporeichen Partie jubelte der Tabellenletzte in der 83. Minute noch über das 3:2 des eingewechselten Sirlord Conteh. Doch nur fünf Minuten später konterte Nationalstürmer Deniz Undav für die Schwaben und rettete seiner Mannschaft den Punkt. Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß musste nach dem Spiel eingestehen: „Defensiv waren wir heute nicht auf der Höhe, aber der Kampfgeist hat uns am Ende gerettet.“
Kurioser Videobeweis und zwei aberkannte VfB-Tore
Die Partie wurde besonders durch eine höchst ungewöhnliche Videobeweis-Entscheidung geprägt. In der 34. Minute hatte Schiedsrichter Sascha Stegemann zunächst nicht auf Strafstoß für Heidenheim entschieden, woraufhin Ermedin Demirovic zum vermeintlichen 2:1 für Stuttgart traf. Erst nach diesem Treffer schaute sich Stegemann die Bilder an, revidierte seine Entscheidung, erkannte den VfB-Treffer ab und gab den Foulelfmeter für Heidenheim.
Arijon Ibrahimovic verwandelte sicher zum 2:1 für die Gastgeber. Nur zehn Minuten später egalisierte Maximilian Mittelstädt ebenfalls per Elfmeter zum 2:2. 20 Minuten vor Spielende wurde zudem ein zweites Tor von Demirovic nach Videobeweis wegen Abseits aberkannt.
Blitzstart und Heidenheims kämpferische Reaktion
Stuttgart war mit einem Blitzstart in die Partie gegangen. Nach einem leichtsinnigen Ballverlust der Heidenheimer erzielte Chris Führich bereits in der 5. Minute das früheste Saisontor des VfB. Doch die Gastgeber ließen sich nicht entmutigen und kämpften sich zurück.
Winter-Rückkehrer Eren Dinkci egalisierte in der 20. Minute zum 1:1 und begeisterte die Heidenheimer Fans mit weiteren gefährlichen Aktionen. Trainer Frank Schmidt zeigte sich nach dem Spiel: „Wir haben heute gezeigt, dass wir kämpfen können. Der Punkt ist verdient, aber natürlich ärgert uns die späte Gegentor.“
Stuttgarts Defensivprobleme und europäische Belastung
Drei Tage nach dem 4:1-Erfolg in der Europa League bei Celtic Glasgow wirkten die Stuttgarter defensiv deutlich unter ihren Möglichkeiten. Die Rotation im Team und die europäischen Verpflichtungen schienen den Spielern sichtlich anzumerken. Im DFB-Pokal dürfen sich die Schwaben über ein Heimspiel gegen Freiburg freuen, wo der Achtelfinaleinzug am Donnerstag nicht mehr in Gefahr geraten soll.
Heidenheims schwieriger Kampf um den Klassenerhalt
Sollte Heidenheim die Wende zum Bundesliga-Verbleib noch schaffen, wäre dies ein historisches Kunststück. Noch nie ist einem Bundesligisten mit einer so geringen Punktausbeute zu diesem Saisonzeitpunkt der Klassenerhalt gelungen. Langzeitcoach Frank Schmidt steckt jedoch weiterhin voller Energie und Hoffnung.
„Wir sind fast schon zum Siegen verdammt und wollen auch so auftreten“, hatte Schmidt kurz vor Spielbeginn erklärt. Seine Mannschaft zeigte tatsächlich einen mutigen und couragierten Auftritt, der am Ende jedoch nicht mit drei Punkten belohnt wurde.
Die wilde erste Halbzeit mit vier Toren und zahlreichen Chancen begeisterte die Zuschauer, während die zweite Halbzeit von Stuttgarts Dominanz geprägt war. Mittelstädts Abschluss in der 53. Minute verfehlte knapp das Tor, ehe Undav in der Schlussphase doch noch den Ausgleich erzielte.
Heidenheims Winter-Transfers Christian Conteh und Eren Dinkci zeigten sich als wertvolle Verstärkungen, während Stuttgart trotz der Defensivschwächen seinen europäischen Ambitionen weiter nachgehen kann. Die Partie bleibt als eines der spektakulärsten Unentschieden dieser Bundesliga-Saison in Erinnerung.



