Axel Hellmann zählt zu den einflussreichsten Funktionären im deutschen Fußball. Der Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt hat nun Einblicke in seinen Aufstieg an die Spitze des Vereins gegeben. Besonders interessant: Wie er von Größen wie Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß akzeptiert wurde. Es dauerte Jahre, bis Hellmann bei den Alphatieren der Branche Anerkennung fand.
Hellmanns Weg zur Akzeptanz
Seit 25 Jahren ist Hellmann bei der Eintracht tätig. In einem Interview im Frankfurter Kabarett „Die KÄS“ erklärte er: „Früher gab es eine Selbstüberhöhung in der Branche, bei der man sich wichtiger nahm, als man ist. Dieses Phänomen hat in den letzten Jahren nachgelassen, weil viele Leute sachorientiert arbeiten, die nicht aus der klassischen Fußballwelt kommen – so wie ich.“
Als studierter Jurist ohne Fußballhintergrund wurde Hellmann 2001 ins Präsidium der Eintracht gewählt. In dem umkämpften Millionengeschäft habe er sich einen bestimmten Habitus aneignen müssen. „Du musst in bestimmten Situationen täuschen, tarnen oder den anderen dominieren. Du musst dich durchsetzen“, so Hellmann. „Es hat 10 bis 15 Jahre gedauert, bis ich mir ein Standing erarbeitet hatte, dass ich von Leuten wie Karl-Heinz Rummenigge oder Uli Hoeneß akzeptiert wurde.“
Herausforderungen und Planungsfehler
Nach den erfolgreichen letzten Jahren erlebte die Eintracht in dieser Saison eine Delle. Der erhoffte Turnaround unter Trainer Albert Riera misslang, und der Verein droht die europäischen Wettbewerbe zu verpassen. Hellmann räumt Fehler ein: „Offensichtlich ist, dass auf der Trainerseite Dinge nicht optimal funktioniert haben.“
Stolz auf Ekitiké und die Entwicklung
Trotz der Rückschläge ist Hellmann stolz auf den Weg der Eintracht. Die Millionenverkäufe unter Sportvorstand Markus Krösche haben den Klub wieder international konkurrenzfähig gemacht. Besonders lobt Hellmann den ehemaligen Stürmer Hugo Ekitiké, der im Sommer 2025 für 95 Millionen Euro zum FC Liverpool wechselte. „Er wurde leider durch eine Achillessehnenverletzung zurückgeworfen, aber er wäre der Top-Spieler der WM geworden und hätte Kylian Mbappé in den Schatten gestellt“, sagte Hellmann. Der Franzose hatte sich im April die Achillessehne gerissen und verpasste daher die Weltmeisterschaft.
Hellmann betont, dass die Eintracht trotz aller Herausforderungen auf einem guten Weg sei. Mit einer klaren Strategie und der richtigen Personalpolitik wolle man in der Bundesliga und international wieder für Furore sorgen.



