Hertha BSC: Leitl und Weber gescheitert – Neustart mit jungen Talenten unausweichlich
Berlin – Der früh geplatzte Aufstiegstraum von Hertha BSC hat nach dem 2:5-Debakel in Paderborn eine klare Erkenntnis gebracht: Trainer Stefan Leitl ist mit seinem Spielstil am aktuellen Kader gescheitert. Für die Zusammensetzung dieses Kaders zeichnete sich bisher Sportdirektor Benjamin Weber verantwortlich. Jetzt muss der Berliner Klub dringend umdenken und einen Neustart wagen, beginnend mit dem Heimspiel gegen Nürnberg.
Debakel in Paderborn offenbart tiefgreifende Probleme
Wer sich die Niederlage in Paderborn analytisch anschaut, stellt fest: Die Hertha-Profis traten nicht als geschlossene Einheit auf. Jeder spielte für sich allein, die Leistungen waren eher schlecht als recht. Die Bereitschaft, für den Mitspieler zu sprinten, zu kämpfen oder ihm zu helfen, war kaum zu erkennen. Ein funktionierendes Kollektiv? Fehlanzeige! Leitl wurde auf der Trainerbank minütlich blasser und sah das Debakel offenbar kommen. Kurzum: Zu viele Spieler genügen den hohen Ansprüchen von Hertha BSC nicht mehr.
Junge Talente müssen endlich ihre Chance erhalten
Darum muss der Klub jetzt den Mut fassen und den jungen Spielern eine echte Perspektive bieten – keine Gnadenminuten zum Spielende, sondern echte Einsatzzeiten. Das Publikum im Olympiastadion wird Jungs, die für ihren Lebenstraum brennen, sicher den einen oder anderen Fehler verzeihen. Und schlechter als viele Alt-Profis in Paderborn werden sie es wohl kaum machen. Kandidaten für diese Verjüngungskur gibt es zahlreiche: Boris Lum, Janne Berner, Tim Goller, Kian Todorovic, Soufian Gouram, Selim Telib – und wo wird eigentlich der hochtalentierte Außenverteidiger Yunus Ünal versteckt? Sie alle besitzen besondere Fähigkeiten und müssen jetzt aus strategischen Gründen auf den Platz, um zu zeigen, dass sie Herthas Zukunft sind und den wahren Berliner Weg verkörpern.
Balanceakt zwischen Verkaufswerten und Zukunftsvision
Natürlich kann Leitl nicht alle Talente gleichzeitig aufstellen. Aber es gilt jetzt, diejenigen Berliner Spieler zu identifizieren, die nächste Saison das spielstarke, kreative, freche und mutige Fundament einer neuen Hertha bilden können. Dies wird ein Balanceakt, keine Frage. Weber und Leitl dürfen die Marktwerte von Verkaufskandidaten wie Ernst, Dardai, Gechter, Cuisance, Winkler oder Reese nicht zerstören. Doch die einfache Frage, die Weber jetzt allen Profis stellen muss, lautet: Willst du zu 100 Prozent nächste Saison bei Hertha sein? Wer zögert oder nein sagt, sollte ab sofort häufiger draußen sitzen und seinen Platz für die jungen Wilden räumen.
Die Zeit des Zögerns ist vorbei – Hertha BSC muss jetzt handeln, um aus der Krise zu finden und eine nachhaltige Zukunft aufzubauen.



