Hertha BSC im Umbruch: Die Zukunftsfrage zwischen Neuzugängen und eigenen Talenten
Der Berliner Fußballklub Hertha BSC steht vor einem gewaltigen Umbruch. Das offizielle Saisonziel Aufstieg ist so gut wie gescheitert, teure Stars werden den Verein verlassen wollen und müssen. In dieser Situation richtet sich der Blick auf die Zukunft. Doch wem gehört sie bei Hertha BSC? Die Berliner suchen aktuell auf dem Transfermarkt nach jungen Neuzugängen. Haben die eigenen Top-Talente damit wieder einmal das Nachsehen?
Transferziel Puczka versus eigenes Talent Ünal
Medienberichten zufolge ist ein Transferziel von Hertha BSC der österreichische U21-Linksverteidiger David Puczka (21) von Juventus Turin. Puczka spielt dort für das Zukunftsteam Juve Next Gen in der drittklassigen Serie C und kommt auf bemerkenswerte 10 Tore und 4 Vorlagen in 30 Spielen. Merkwürdig erscheint dabei: Mit Yunus Ünal (17) verfügt Hertha BSC bereits über ein Top-Talent mit fast identischem Profil. Ünal erzielte 12 Tore und 4 Vorlagen in 21 Spielen für die U23 und U19. Nach gescheiterten Vertragsgesprächen bietet der Verein ihm jedoch keine sportliche Perspektive, sodass Ünal im Sommer wohl ablösefrei gehen wird.
Die Situation der Hertha-Talente: Ein kritischer Check
Wie ergeht es den anderen Top-Talenten von Hertha BSC? Rechtsverteidiger Janne Berner (21) wurde am 4. Spieltag gegen Elversberg (0:2) einmal für zwölf Minuten eingesetzt und ist seit Wochen nicht mehr im Kader. Tim Hoffmann (21) durfte ebenfalls für 11 Minuten gegen Elversberg ran. In der Winterpause wurde er zur U23 zurückgeschickt, weil er keine Chance auf einen Profi-Einsatz hat.
Eine ganze Reihe weiterer Spieler mit Profiverträgen oder Förderverträgen wartet noch auf ihren ersten Profieinsatz:
- Dion Ajvazi (22)
- Oliver Rölke (21) – in der Regionalliga neun Treffer erzielt
- Jelani Ndi (18)
- Julius Gottschalk (19)
- Selim Telib (20)
- Tim Goller (21)
- Niklas Hildebrandt (17) mit Fördervertrag und Profi-Anschluss
Die Talente Kian Todorovic (18), Eliyas Strasner (21) und Soufian Gouram (19), die mit den Profis ins Wintertrainingslager nach Portugal reisen durften, standen noch nie im Zweitligakader. Lukas Michelbrink (20) wechselte vor dieser Saison per Leihe zu Energie Cottbus, wo er durchstartete, und kehrt in wenigen Monaten zurück.
Warum fällt Hertha der Sprung der Talente so schwer?
Warum tut sich Hertha BSC so schwer, seinen eigenen Nachwuchsspielern den Sprung zu den Profis zu ermöglichen? Mögliche Gründe liegen in den sportlichen Rahmenbedingungen: In der aktuellen Saison herrschte Aufstiegsdruck. In der vergangenen Spielzeit – als Boris Lum (18) zwischenzeitlich zum jüngsten Hertha-Profi aller Zeiten wurde – war der Abstiegskampf ein Argument gegen den Einsatz der Talente.
In der Saison 2025/26 kamen bei Hertha neben Wunderkind Kennet Eichhorn nur Janne Berner zum Profidebüt. Berner und Eichhorn (16) sind damit die einzigen Profi-Debütanten in dieser Spielzeit. Diese Zahlen werfen die entscheidende Frage auf: Was passiert in Zukunft mit dem Berliner Weg der Talentförderung?



