Hertha BSC scheitert im DFB-Pokal-Viertelfinale nach dramatischem Elfmeterschießen
Der Traum von einem Heimfinale im DFB-Pokal ist für Hertha BSC geplatzt. Der Berliner Zweitligist unterlag im Viertelfinale dem SC Freiburg mit 4:5 im Elfmeterschießen und verpasste damit den Einzug ins Halbfinale. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte es 1:1 gestanden, ehe der Freiburger Torhüter Florian Müller den entscheidenden Elfmeter von Pascal Klemens parierte.
Trainer-Leitl kritisiert Berlins Bürgermeister vor dem Spiel
Bereits vor dem Anpfiff sorgte Hertha-Trainer Stefan Leitl für Diskussionen, als er den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner (CDU), öffentlich kritisierte. Wegner verfolgte das Pokalspiel nicht vor Ort im Olympiastadion, sondern befand sich bei den Olympischen Winterspielen in Italien.
"Sein Support wäre heute auch wichtig gewesen. Da kritisiere ich ihn schon. Vielleicht kommt er ja Samstag dann gegen Hannover", sagte Leitl im Interview mit Sky. Der Trainer bezog sich dabei auf Wegners eigene Aussage von vergangener Woche, dass es sein Kindheitstraum sei, Hertha im Pokalfinale zu erleben.
Bürgermeister verteidigt seine Olympia-Reise
Noch während des laufenden Spiels reagierte Kai Wegner auf die Kritik und erklärte seine Abwesenheit mit übergeordneten sportpolitischen Zielen. "Es geht bei meiner Reise darum, ein klares Signal an die olympische Familie zu senden: Berlin ist bereit für Olympische und Paralympische Spiele", kommentierte der Bürgermeister.
Berlin bewirbt sich aktiv um die Ausrichtung Olympischer Sommerspiele in der nahen Zukunft. Wegners Besuch bei den Winterspielen diente somit auch der Vernetzung und Vorbereitung dieser Bewerbung.
Spannendes Duell vor 56.743 Zuschauern im Olympiastadion
Vor ausverkauften Rängen im Berliner Olympiastadion lieferten sich beide Teams über 120 Minuten ein packendes und ausgeglichenes Duell. Der Bundesligist aus Freiburg ging in der 96. Minute durch Yuito Suzuki in Führung, nachdem Herthas Linus Gechter einen fatalen Fehlpass begangen hatte.
Doch die Berliner gaben nicht auf und kamen durch ein Traumtor von Kapitän Fabian Reese wieder ins Spiel. In der 104. Minute schoss Reese aus etwa 25 Metern Entfernung mit voller Wucht ins lange Eck und sorgte damit für den Ausgleich.
Freiburg nähert sich historischem Pokalerfolg
Für den SC Freiburg bedeutet der Einzug ins Halbfinale die Chance auf den ersten DFB-Pokalsieg der Vereinsgeschichte. Bereits 2022 standen die Breisgauer im Finale, unterlagen damals jedoch RB Leipzig im Elfmeterschießen.
Mit diesem Sieg folgt Freiburg Bayer Leverkusen und dem VfB Stuttgart in die Vorschlussrunde. Um den letzten Halbfinalplatz spielen am Mittwoch Bayern München und RB Leipzig.
Hertha muss weiter auf Heimfinale warten
Für Hertha BSC bedeutet die Niederlage das Aus für die aktuelle Pokalsaison und die Fortsetzung der Wartezeit auf das erste Pokalfinale im eigenen Stadion. Die Berliner Profis hatten sich in dieser Saison bereits gegen drei Zweitligisten durchgesetzt, ehe sie an Freiburg scheiterten.
Trainer Stefan Leitl und seine Mannschaft müssen sich nun auf die Zweitliga-Rückrunde konzentrieren, während Bürgermeister Kai Wegner auf die nächste Gelegenheit warten muss, Hertha im Pokalfinale zu erleben - vorausgesetzt, er befindet sich dann nicht erneut auf einer sportpolitischen Mission.



