Das erklärte Ziel von Hertha-Trainer Stefan Leitl (48) war es, aus den letzten vier Saisonspielen zwölf Punkte zu holen. Nach der irren 0:1-Heimpleite vor 47.280 Zuschauern im Berliner Olympiastadion gegen Holstein Kiel ist dieses Vorhaben gescheitert. Trotz einer deutlichen Überlegenheit von 23:4 Torschüssen gelang den Berlinern kein Tor. Der Bundesliga-Aufstieg, das größte Saisonziel, war bereits zuvor verpasst worden.
Brekalo trifft, VAR greift ein
Die einzige gute Nachricht für Hertha gab es bereits mit dem Anpfiff: Winterneuzugang Josip Brekalo (27) stand zum siebten Mal in der Startelf, wodurch sich sein Vertrag aufgrund einer Klausel um ein weiteres Jahr bis 2027 verlängerte. Die Klausel besagt, dass der Vertrag verlängert wird, wenn Brekalo 50 Prozent der möglichen 14 Startelfeinsätze seit seiner Verpflichtung absolviert. Nach nur 59 Sekunden Spielzeit wurde Brekalo bereits von seinen Teamkollegen gefeiert, doch sein Tor zum 1:0 wurde vom Videoassistenten (VAR) wegen einer knappen Abseitsstellung von Luca Schuler in der Vorbereitung wieder zurückgenommen.
Furiose Anfangsphase ohne Ertrag
Die Berliner begannen im neuen Sondertrikot, das dem Trikot der ersten Berliner Meisterschaft von 1906 nachempfunden ist, furios. Doch die besten Chancen wurden durch Reese (15. Minute), Schuler (57.) und Cuisance (61.) vergeben. Selbst ein Foulelfmeter an Linus Gechter (45.) wurde vom VAR zurückgenommen, weil Zeefuik etwa 30 Sekunden vor dem Foul im Abseits gestanden haben soll. Die Entscheidung war äußerst knapp.
Kiel trifft mit erstem Torschuss
Nach einem Sturmlauf mit 15:1 Torschüssen für Hertha gingen plötzlich die schwachen Gäste aus Kiel in Führung. Einen Einwurf von Rosenboom legte Kieler Phil Harres im Duell mit Herthas Marton Dardai geschickt zurück, und Joker Jonas Therkelsen hämmerte den Ball zum 0:1 (63. Minute) ins Netz. Es war Kiels erster Torschuss in der zweiten Halbzeit.
Schlechte Heimbilanz kostet Aufstieg
Die Heimniederlage war ein weiterer Tiefschlag im Olympiastadion, wo die Blau-Weißen in 16 Heimspielen nur fünf Siege erringen konnten. Dazu kamen fünf Unentschieden und nun sechs Niederlagen. Diese Bilanz ist zu schwach, um den Aufstieg zu schaffen. Zudem sah Paul Seguin die fünfte Gelbe Karte und fehlt damit im nächsten Spiel in Magdeburg.
Am Ende unterlagen die starken Berliner aufgrund einer miserablen Chancenverwertung. Auch Gechter (74.) und Kownacki (88.) köpften aus kurzer Distanz am Tor vorbei. Kiel hingegen ist mit 13 Punkten aus den letzten fünf Spielen das Team der Stunde und hat den Klassenerhalt so gut wie sicher.



