Herthas Aufstiegstraum geplatzt: Die Konsequenzen des 2:5-Debakels in Paderborn
Herthas Aufstiegstraum geplatzt: Konsequenzen des Debakels

Herthas Aufstiegstraum geplatzt: Die Konsequenzen des 2:5-Debakels in Paderborn

Großspurig hatte die Hertha-Führung um Präsident Fabian Drescher (43) im Sommer den direkten Wiederaufstieg proklamiert. Doch elf Spiele vor Saisonende ist von diesen ambitionierten Plänen nichts mehr übrig. Die Mannschaft stand nie besser als auf Platz fünf und war im gesamten Saisonverlauf nie ernsthaft im Aufstiegsrennen vertreten. Die bittere Wahrheit lautet: Hertha BSC muss sich auf ein weiteres Jahr in der Zweiten Bundesliga einstellen.

Für Trainer Stefan Leitl (48)

Stefan Leitl erhielt im Sommer mit Paul Seguin (30) und Stürmer Dawid Kownacki (28) seine Wunschspieler. Superstar Fabian Reese (28) verlängerte seinen Vertrag. Viele Experten sahen Hertha deswegen als klaren Aufstiegsfavoriten. Doch die Mannschaft brachte ihre PS nie wirklich konsequent auf den Platz. Zwar stabilisierte Leitl die Berliner nach den turbulenten Jahren des sportlichen Niedergangs, doch spielerisch blieb vieles Stückwerk. Das Team wirkt taktisch ausrechenbar und entwickelte keine durchschlagende Spielidee.

Geschäftsführer Dr. Peter Görlich (58) muss nun klären, welche Spielphilosophie die Mannschaft in der kommenden Saison verfolgen soll. Die entscheidende Frage lautet: Soll dies weiterhin unter der Leitung von Stefan Leitl geschehen, dessen Vertrag bis 2027 läuft?

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Für die Hertha-Mannschaft

Vor allem Top-Talent Kenneth Eichhorn (16) ist für die Berliner nicht mehr zu halten. Halb Europa ist hinter dem jungen Spieler her, zuletzt wurde er mit Eintracht Frankfurt in Verbindung gebracht. Auch Tjark Ernst (22), Linus Gechter (21) und Pascal Klemens (21) werden sich – anders als der Klub – ihren Bundesliga-Traum in der nächsten Saison wahrscheinlich erfüllen. Interessenten gibt es für alle Spieler mehr als genug.

Dazu laufen die Verträge von Diego Demme (34), John Brooks (33) und Toni Leistner (35) aus, die womöglich vor dem Karriereende stehen. Bei Leih-Stürmer Kownacki könnte Hertha die Kaufoption über 3 Millionen Euro nur bei einem Aufstieg ziehen – was sich nun erledigt hat. Nach seinen dürftigen Leistungen ist eine Verlängerung eher unwahrscheinlich.

Und Kapitän Fabian Reese? Er hat mehrfach betont, dass ein Aufstieg mit Hertha sein großer Traum ist. Doch wie lange wird der Nationalspieler noch in der Zweiten Liga spielen wollen? Klar ist: Die Berliner müssen sich zur kommenden Saison auf eine grundlegend erneuerte Mannschaft einstellen.

Für Sport-Boss Benjamin Weber (45)

In dieser Saison holte Benjamin Weber mit Krattenmacher, Grönning, Jensen, Heide, Kolbe, Seguin, Kownacki und Brekalo acht neue Spieler, von denen nur Paul Seguin (30) über längere Strecken überzeugen konnte. Vielen Experten gilt Herthas Profi-Mannschaft in ihrer aktuellen Zusammensetzung als unausgewogen und finanziell zu teuer.

Das strukturelle Problem der fehlenden Außenverteidiger sowie schneller Flügelspieler ist unter Webers Verantwortung nicht befriedigend gelöst worden. Im Mittelfeld herrscht ein deutliches Überangebot an Spielern – ohne dass sich dabei ein Akteur als unverzichtbar herausgestellt hat.

Top-Transfers hat es mit Ausnahme von Haris Tabakovic (für 5 Millionen Euro 2024 nach Hoffenheim verkauft) zu selten gegeben. Stattdessen drücken sehr hohe Gehaltskosten den Klub finanziell. Für Sport-Boss Benjamin Weber könnte es nach dieser enttäuschenden Saison sportlich eng werden.

Für den Verein

Nun steht die vierte Saison in der Zweiten Bundesliga bevor. Dies macht sich auch bei den Zuschauerzahlen bemerkbar: Zur Vorsaison verlor Hertha bereits rund 4000 Fans pro Heimspiel. Der leidgeprüfte harte Kern wird zwar weiterhin kommen, doch statt klangvoller Namen reisen künftig weiter nur eine Handvoll Gästefans aus Elversberg, Fürth oder Paderborn an.

Dazu kommen die finanziellen Herausforderungen: Auch wenn sich Hertha BSC langsam aus dem Schuldensumpf herausarbeitet, müssen die Berliner weiterhin erhebliche Verbindlichkeiten tilgen. Weil die dringend benötigten Mehreinnahmen aus der Bundesliga nun ausbleiben werden, wird dies spürbare Auswirkungen auf die Kadergestaltung haben. Der Klub muss mit deutlich geringeren Mitteln planen und kann sich keine teuren Verpflichtungen mehr leisten.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration