Hoeneß enthüllt: Dieser Premier-League-Trainer stand vor Kompany auf der Bayern-Liste
Die turbulenteste Trainersuche in der Geschichte des FC Bayern München liegt nun zwei Jahre zurück, doch die Hintergründe bleiben faszinierend. Ehrenpräsident Uli Hoeneß gewährt im Kicker-Interview exklusive Einblicke in die damaligen Verhandlungen und verrät, welcher namhafte Premier-League-Trainer noch vor Vincent Kompany kontaktiert wurde.
Die turbulente Suche nach Tuchels Nachfolger
Im Sommer 2024 stand fest, dass Thomas Tuchel den FC Bayern verlassen würde. Was folgte, war eine dreimonatige, von öffentlichen Absagen geprägte Farce. Am Ende dieser Odyssee stand die Verpflichtung von Vincent Kompany, der kurz zuvor mit dem FC Burnley aus der Premier League abgestiegen war. Eine mutige Entscheidung, die sich im Nachhinein als absoluter Volltreffer erwiesen hat.
"Wir waren anfangs skeptisch", gesteht Hoeneß rückblickend. Die Initialzündung kam von Sportvorstand Max Eberl. Das erste entscheidende Gespräch fand im Münchner Restaurant Käfer statt, mit Vereinspräsident Herbert Hainer, Eberl, Sportdirektor Christoph Freund, Kompany und dessen Vater. Bereits nach einer halben Stunde war Hoeneß überzeugt und gab Eberl das Signal zur Verpflichtung.
Guardiolas Empfehlung und die langfristige Bindung
Ein wichtiger Fürsprecher war Pep Guardiola, unter dem Kompany bei Manchester City als Kapitän spielte. "Als wir Pep angerufen haben, sagte er, wir können ihn blind nehmen", berichtet Hoeneß. Diese Empfehlung trug maßgeblich zum Vertrauen in die Entscheidung bei.
Die vorzeitige Vertragsverlängerung Kompanys bis 2029 im Oktober 2025 war ein deutliches Signal. Hoeneß bezeichnet sie als "unglaublichen Vertrauensvorschuss" im heutigen Fußballgeschäft. Zugleich räumt er ein, dass die langfristige Bindung auch dem Zweck diente, möglichen Abwerbeversuchen – insbesondere aus England, wo Kompany als potenzieller Guardiola-Nachfolger gehandelt wird – vorzubeugen.
Der fast verpflichtete Alternative: Oliver Glasner
Die größte Enthüllung betrifft jedoch einen anderen Kandidaten. Hoeneß bestätigt, dass noch vor Kontaktaufnahme mit Kompany Oliver Glasner im Visier stand. Der Österreicher, der in der Bundesliga bei Eintracht Frankfurt und dem VfL Wolfsburg Erfahrung gesammelt hatte, wäre laut Hoeneß bereit gewesen zu kommen: "Er wäre gekommen, hätte ihn Crystal Palace freigegeben."
Der Wechsel scheiterte jedoch an den finanziellen Forderungen des englischen Clubs. Übereinstimmenden Berichten zufolge verlangte Palace-Eigentümer Steve Parish eine Ablösesumme in astronomischer Höhe von etwa 100 Millionen Euro. Im Vergleich dazu erwies sich die Verpflichtung Kompanys mit einer geschätzten Ablöse von rund zehn Millionen Euro als deutlich wirtschaftlichere Lösung.
Kompany als ideale Lösung
Heute steht fest, dass sich die Entscheidung für Kompany auf ganzer Linie ausgezahlt hat. Der Belgier genießt innerhalb des Vereins und bei den Fans höchstes Ansehen und steht für spektakulären Offensivfußball. Hoeneß betont die Überzeugung, die hinter der Verlängerung stand: "Wir wollten zum Ausdruck bringen, dass wir von seiner Arbeit total überzeugt sind."
Die Enthüllungen zeigen, wie knapp die Bayern an einer ganz anderen Trainer-Lösung vorbeigeschrammt sind und wie sich eine zunächst skeptisch betrachtete Entscheidung zum absoluten Glücksgriff entwickeln konnte.



