Hoeneß kritisiert Klopps Rolle bei Red Bull und sieht ihn als Bundestrainer
Uli Hoeneß, der Ehrenpräsident des FC Bayern München, hat sich in einem exklusiven Interview mit der 'Bild'-Zeitung deutlich zu Jürgen Klopps aktueller Position bei Red Bull geäußert. Der 74-jährige Fußballfunktionär hält die Rolle als Head of Global Soccer beim Getränkekonzern für völlig ungeeignet für den charismatischen Trainer.
'Klopp muss auf dem Platz stehen'
'Das ist für mich keine Rolle, die zu ihm passt', erklärte Hoeneß unmissverständlich. 'Jürgen Klopp muss auf dem Fußballplatz stehen, das ist keiner, der für Vorträge durch die Welt fliegt.' Der Bayern-Patron betonte Klopps größte Stärke: das Zwischenmenschliche und seine Fähigkeit, Spieler zu motivieren. 'Aber wie willst du in Leipzig etwas pushen, wenn du schon wieder in Salzburg bist und dann nach Brasilien fliegst?'
Stattdessen kann sich Hoeneß 'gut vorstellen', dass Klopp eines Tages Bundestrainer wird. 'Ich schätze ihn sehr, sehe ihn aber nur als Trainer und nichts anderes', sagte er über den langjährigen Erfolgscoach von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool. Aktuell hat Julian Nagelsmann als Bundestrainer noch einen Vertrag bis zur EM 2028.
Fast-Wechsel zu Bayern 2008
Hoeneß enthüllte zudem eine fast vergessene Episode aus dem Jahr 2008. Damals war er mit Klopp bereits einig über einen Wechsel zum FC Bayern. 'Ich rief ihn an, als er noch in Mainz war, und fragte: „Können Sie sich vorstellen, den FC Bayern zu trainieren?“ Und er antwortete: „Ja, selbstverständlich.“'
Doch am Ende entschieden sich die Münchner für Jürgen Klinsmann, den Karl-Heinz Rummenigge vorgeschlagen hatte. Die Zusammenarbeit mit Klinsmann verlief alles andere als gewünscht – die Trennung erfolgte noch vor Saisonende. Klopp wechselte stattdessen nach Dortmund und begründete dort eine erfolgreiche Ära.
Lob für Kompany und Hoeneß' Neffen
Vom aktuellen Bayern-Trainer Vincent Kompany ist Hoeneß begeistert. 'Vincent Kompany ist für uns ein Sechser im Lotto – mit Zusatzzahl', schwärmte er. 'Er hat genau das geschafft, was Thomas Tuchel, den ich für einen hochintelligenten Mann halte, zuvor nicht bei uns gelungen ist.'
Kompany habe sofort eine Nähe und Leidenschaft für seine Spieler entwickelt und nie öffentlich Forderungen nach bestimmten Spielertypen gestellt. 'Dadurch machst du deine Spieler stark, anstatt sie zu schwächen. Er ist der beliebteste Trainer beim FC Bayern seit Langem.'
In seinem Neffen Sebastian Hoeneß, der seit 2023 den VfB Stuttgart betreut, erkennt der Bayern-Patron einen potenziellen Bayern-Trainer der Zukunft. 'Was er aus dem VfB Stuttgart gemacht hat, ist aller Ehren wert', lobte er die Leistungen seines Neffen.
Kane soll verlängern
Superstürmer Harry Kane soll seinen im Sommer 2027 auslaufenden Vertrag in München unbedingt verlängern. 'Ja, das würde ich ganz klar machen. Harry ist ein Glücksfall für uns', sagte Hoeneß. Da Kanes Ausstiegsklausel für Sommer 2026 ausgelaufen ist und sein Vertrag nun bis Sommer 2027 gilt, bestehe aktuell aber kein Druck für Verlängerungsgespräche.
Die Aussagen von Uli Hoeneß zeigen einmal mehr seinen klaren Blick für Fußball-Talente und seine unverblümte Art, Meinungen zu äußern. Während Klopps Zukunft bei Red Bull für ihn nicht die ideale Lösung darstellt, sieht er im ehemaligen Dortmund-Coach den perfekten Kandidaten für die Bundestrainer-Position – sobald diese wieder vakant wird.



