Hoeneß übt scharfe Kritik an Nagelsmanns Medienpolitik
Der Ehrenpräsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, hat in einem aktuellen Podcast deutliche Worte gegenüber Bundestrainer Julian Nagelsmann gefunden. In der Sendung Auf eine weiß-blaue Tasse von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder äußerte sich Hoeneß kritisch zum Umgang mit der Torhüterfrage in der Nationalmannschaft und zur allgemeinen Kommunikationsstrategie des Trainers.
Debatte um Manuel Neuers mögliches Comeback
Dieses Thema Neuer hätte ich ganz anders angepackt, betonte Hoeneß in seiner Analyse. Seiner Meinung nach hätte Nagelsmann zwar eine klare Entscheidung für einen Stammtorwart treffen sollen, jedoch mit mehr Flexibilität agieren müssen. Man hätte den Manuel Neuer ohne das Theater auch noch vier Wochen vor der WM nominieren können, erklärte der Bayern-Patron und verwies auf die Gefahr, dass Nagelsmann viel zu viele Dinge über die Medien macht.
Als Beispiel nannte Hoeneß die öffentliche Kritik an Stuttgarts Stürmer Deniz Undav, die Nagelsmann mittlerweile bereut habe. Du musst heute deine Probleme intern lösen, lautete der Ratschlag des erfahrenen Fußballfunktionärs an den Bundestrainer.
Nagelsmanns Personalentscheidungen unter der Lupe
Nachdem Manuel Neuer 2024 nach der Heim-EM aus der Nationalmannschaft zurückgetreten war, ernannte Nagelsmann Marc-André ter Stegen zur neuen Nummer eins. Dieser fiel jedoch seither überwiegend verletzt aus, sodass mittlerweile Oliver Baumann von der TSG Hoffenheim als WM-Schlussmann auserkoren wurde.
Hoeneß kritisierte zudem die späte Spielerauswahl für die anstehende Weltmeisterschaft. Ich will kein Nagelsmann-Bashing machen, aber was ich ihm vorwerfe ist, dass er jetzt noch junge Spieler dazuholt und testet, um den Medien gerecht zu werden, monierte der 74-Jährige. Kontinuität und Selbstvertrauen seien für eine erfolgreiche Mannschaft von entscheidender Bedeutung.
Vision für die Zukunft: Neuer als Patron für Urbig
In Bezug auf die Zukunft von Manuel Neuer beim FC Bayern äußerte Hoeneß einen konkreten Wunsch. Der Ehrenpräsident würde es begrüßen, wenn der 40-jährige Torwart seinen im Sommer auslaufenden Vertrag um ein weiteres Jahr verlängern würde.
Wenn es nach mir geht, würden wir versuchen, ihn noch ein Jahr zu behalten und ihn zu bitten, ein Patronat für den Jonas Urbig zu machen, verriet Hoeneß im Podcast. Bei dieser besonderen Patenschaft soll Neuer in der kommenden Saison gelegentlich auf Einsätze zugunsten seines nur 22 Jahre alten Stellvertreters verzichten.
Hoeneß' Einschätzung zu Jonas Urbig
Über den jungen Torhüter Jonas Urbig äußerte sich Hoeneß durchaus positiv, auch wenn er anfangs nicht vollständig überzeugt war. Von Urbig halte man im Verein sehr viel, betonte der Bayern-Patron. Mittlerweile traut Hoeneß dem ehemaligen Kölner sogar zu, das Erbe des legendären Manuel Neuer anzutreten.
Manuel Neuer selbst zeigte sich zuletzt gelassen bezüglich eines möglichen Comebacks in der Nationalmannschaft. Es wird die Weltmeisterschaft geben, aber ich bin jetzt gar nicht da drin und ich bin auch gar nicht Teil des Ganzen und deshalb schaue ich das entspannt von außen, erklärte der erfahrene Torhüter.



