Yussuf Poulsen beim HSV: Die ungewöhnliche Doppelrolle des Kapitäns
Beim Hamburger SV zeigt sich eine bemerkenswerte Entwicklung: Kapitän Yussuf Poulsen (32) übernimmt neben seiner Rolle als Stürmer zunehmend Coaching-Aufgaben auf dem Spielfeld. Der dänische Nationalspieler, der in den letzten beiden Partien nach überstandener Sprunggelenksverletzung als Joker von der Bank kam, wirkt mittlerweile wie ein spielender Co-Trainer für seine Mannschaft.
Von der Bank aus aktiv: Poulsens Coaching-Einsatz
Besonders auffällig wurde Poulsens neue Rolle beim 1:1 in Mainz, als der gesperrte Co-Trainer Loïc Favé (33) auf der Bank fehlte. Der HSV-Kapitän griff während des Spiels mehrfach ein und gab unter anderem Anweisungen an Linksaußen Philip Otele (26). „Wir haben ihn als Zugang bekommen. Das ist eine von den offensiven Positionen, auf der er viel dazu lernen muss, wie wir pressen wollen“, erklärte Poulsen nach der Partie bei „Sky“.
Der erfahrene Stürmer betonte seine Motivation hinter diesem Engagement: „Als junger Spieler fand ich es toll, wenn erfahrene Spieler zu mir kamen und mir Kleinigkeiten gesagt haben.“ Diese Erfahrung möchte er nun an die jüngeren Kollegen weitergeben, wobei er betont: „Der Trainer muss elf Spieler im Blick haben, wenn er auf meiner Seite ist, habe ich ihn im Blick.“
Verletzungspech schafft Coaching-Gelegenheiten
In dieser Saison hat Poulsen durch verschiedene Verletzungen ungewollt mehr Gelegenheit zum Coachen erhalten. Bisher kam der Däne nur auf einen Startelf-Einsatz in der Liga, dazu kamen zehn Einwechslungen. Diese Situation nutzt er jedoch aktiv, um seine Mannschaftskollegen zu unterstützen.
Bereits beim Nordderby-Sieg gegen Werder Bremen (3:2) war zu beobachten, wie Poulsen in einer Spielunterbrechung als Ersatzspieler Linksverteidiger Aboubaka Soumahoro (20) anwies. „Da habe ich im Spiel gesehen, wie er auf seiner Position einen freien Raum nicht erkannt hat“, erklärte der Kapitän hinterher. „Da gab es eine Vorgabe vom Trainer, Werder hatte daraufhin etwas angepasst und er hat es nicht sofort adaptiert. Da habe ich ihm erklärt, wie er es dem Gegner schwieriger machen kann.“
Persönliche Rückkehr und besondere Herausforderung
Poulsen selbst fühlt sich nach seiner Verletzungspause wieder in Topform: „Ich fühle mich schon sehr gut, das hat man auch gesehen an den intensiven Minuten, die ich hingelegt habe. Ich bin froh, wieder topfit zu sein.“ Seine neue Doppel-Rolle als eine Art Spieler-Co-Trainer könnte in der kommenden Partie besonders wertvoll werden.
Am 1. März trifft der HSV auf Poulsens Ex-Klub RB Leipzig (19.30 Uhr, DAZN). In diesem emotionalen Spiel könnte seine Erfahrung und sein taktisches Verständnis für die Mannschaft von besonderer Bedeutung sein. Der Kapitän bringt nicht nur seine fußballerische Qualität, sondern auch seine wachsende Coaching-Expertise in die Mannschaft ein – eine Kombination, die für den Hamburger SV in der Rückrunde wertvoll werden könnte.



