HSV-Ärger nach 2:3 in Dortmund: Drei Elfmeter entscheiden Bundesliga-Duell
Eine dramatische Aufholjagd bescherte Borussia Dortmund einen knappen 3:2-Sieg gegen den Hamburger SV in der Fußball-Bundesliga. Während die zuvor noch ausgepfiffenen BVB-Profis nach einem Sturmlauf im zweiten Durchgang von der Südtribüne am Ende doch noch gefeiert wurden, musste HSV-Coach Merlin Polzin seine enttäuschten Spieler trösten. Im Kreis schwor Polzin sein Team nach der Niederlage auf die restlichen Spiele im Abstiegskampf ein.
Drei Elfmeter gegen den HSV
Jubeln durfte trotz Hamburger Pausenführung nur das Team von Dortmunds Coach Niko Kovac – dank zwei Elfmetertoren aus drei Versuchen vom Punkt. „Am Ende war es ein Spiel mit zu vielen kleinen Fehlern von uns“, sagte HSV-Mittelfeldspieler Miro Muheim nach dem Spiel. „Wenn du drei Elmeter gegen dich kriegst, dann kannst du so ein Spiel halt nicht gewinnen.“ Den Handelfmeter zum entscheidenden 2:3 hatte er selbst verursacht: „Ich darf meine Hände da nicht so hoch ziehen. Ein dummer Fehler von mir, wird nicht mehr passieren.“
Dortmunder Aufholjagd nach schwacher erster Hälfte
BVB-Torhüter Gregor Kobel lobte die Dortmunder Reaktion nach der Pause: „Es war eine top zweite Hälfte von uns. Es war wirklich überragend. In Hälfte eins war nichts los. Da hat sehr viel gefehlt. In der zweiten Halbzeit haben wir so gut Fußball gespielt.“ Tore der eingewechselten Ramy Bensebaini (73. Minute, Foulelfmeter/84., Handelfmeter) und Fabio Silva (78.) bewahrten den Tabellenzweiten vor einer Blamage. Der Aufsteiger war vor der Pause durch Philip Otele (19.) und Albert Sambi Lokonga (38.) in Führung gegangen. Zudem hatte Felix Nmecha einen Elfmeter noch verschossen (45.).
HSV startet stark, Dortmund ohne Biss
Zumindest in der ersten Halbzeit wirkte der HSV deutlich wacher und entschlossener als der BVB, der sich im Hinblick auf die essenzielle Champions-League-Qualifikation anscheinend bereits allzu sicher wähnte. „Wir haben noch gar nichts erreicht. Wir haben zwar mehr Punkte als zum Ende der letzten Saison, aber wir haben noch sehr schwierige Spiele“, hatte Kovac vor dem Spiel gewarnt. In der ersten Hälfte rannte der BVB allzu sorglos immer wieder in Konter, die die Hamburger sogar noch schlecht ausspielten und zur Pause noch höher hätten führen können.
Kovacs Vertrauen wird nicht belohnt
Für sein Vertrauen in die eigene Mannschaft wurde Kovac zunächst nicht belohnt. Nach dem überzeugenden 2:0 gegen den FC Augsburg hatte es der BVB-Trainer erstmals überhaupt in dieser Saison wieder mit derselben Mannschaft versucht. Torjäger Serhou Guirassy, der Dortmund im Sommer verlassen könnte, blieb zunächst erneut nur auf der Bank und wurde zur Halbzeit für den enttäuschenden Karim Adeyemi eingewechselt. Ohne Biss und Esprit war wenig zu sehen von den Dortmundern in der ersten Spielhälfte.
Druckvoller zweiter Durchgang
Kovac reagierte mit Doppelwechseln in der Halbzeit und nach einer gespielten Stunde. Dortmund spielte im zweiten Durchgang nun deutlich druckvoller. Für den HSV gab es kaum noch Entlastung. Ein erneuter Elfmeter war Startschuss für die Aufholjagd: William Mikelbrencis war gegen Maximilian Beier zu spät gekommen. Für den Pfiff musste der Videoschiedsrichter einschreiten. Nur fünf Minuten später besorgte Silva den Ausgleich. Der Druck auf den HSV wurde nun immer größer, die Hamburger kamen überhaupt nicht mehr aus der eigenen Hälfte raus.
Wichtige Punkte für die Champions-League-Qualifikation
Nach der Aufholjagd haben die Dortmunder vor den kniffligen Spielen gegen die direkten Konkurrenten Stuttgart, Leverkusen und Hoffenheim nun bereits elf Punkte Vorsprung auf Rang fünf. Während der BVB die wichtige Champions-League-Qualifikation weiter fest im Blick hat, muss der HSV im Abstiegskampf weiter um jeden Punkt kämpfen. Die drei Elfmeter-Entscheidungen werden noch lange für Diskussionen sorgen.



