HSV-Ärger nach Mainz-Remis: Trainer Polzin kritisiert "Tretertruppe" und Schiedsrichter
HSV-Ärger nach Mainz-Remis: Polzin kritisiert Schiedsrichter

Hamburger SV fühlt sich in Mainz benachteiligt

Beim 1:1-Unentschieden beim FSV Mainz 05 hat sich der Hamburger SV nach dem Spiel massiv über den Schiedsrichter und den Gegner beschwert. Die Partie war von zahlreichen harten Zweikämpfen und kontroversen Entscheidungen geprägt, die beim HSV für großen Frust sorgten.

"Tretertruppe"-Vorwurf von HSV-Profi Muheim

HSV-Spieler Miro Muheim ließ nach dem Abpfiff kein gutes Haar am Gegner und Schiedsrichter Robin Braun. "Ich habe schon lange nicht mehr gegen so eine Tretertruppe gespielt", schimpfte der 30-Jährige aus Wuppertal. "Dass die Schiedsrichter da nicht eingreifen, ist Wahnsinn und unverständlich." Muheim bezog sich dabei auf mehrere umstrittene Szenen, in denen seiner Meinung nach klare Karten vergeben werden mussten.

Zwei Mainzer Spieler entgehen knapp der Roten Karte

In der hitzigen Begegnung hätten gleich zwei Spieler des FSV Mainz 05 das Spielfeld vorzeitig verlassen müssen:

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  • Silas hätte in der 39. Minute für ein Foul an Capaldo die zweite Gelbe Karte und damit Gelb-Rot sehen müssen
  • Dominik Kohr entging Anfang der zweiten Halbzeit nach einem heftigen Einsteigen gegen Muheim knapp der zweiten Verwarnung

Beide Mainzer Profis wurden von ihrem Trainer Urs Fischer umgehend ausgewechselt, nachdem sie am Rande eines Feldverweises gewandelt waren.

HSV-Trainer Polzin kritisiert Schiedsrichterleistung

Auch HSV-Trainer Merlin Polzin zeigte sich unzufrieden mit den Entscheidungen des Unparteiischen. "Es steht außer Frage, dass die eine oder andere Entscheidung zu unseren Gunsten hätte ausfallen können", sagte der Coach. "Wenn man die Szenen sieht, sind das klare Gelb-Rote Karten. Das Wechselverhalten der Mainzer sagt alles darüber." Polzin verwies damit auf die schnellen Auswechslungen durch Mainz-Coach Fischer, die verhinderten, dass seine Spieler tatsächlich des Feldes verwiesen wurden.

Mainz-Coach Fischer räumt Glück ein

FSV-Trainer Urs Fischer gab zu, dass sein Team sich nicht hätte beschweren können, wenn es in Unterzahl geraten wäre. "Wenn du schon belastet bist, musst du vorsichtig sein", erklärte der 60-Jährige. "Die Auswechslungen kamen zum richtigen Zeitpunkt." Fischer reagierte damit präventiv auf die angespannte Situation und verhinderte mögliche Platzverweise durch taktische Wechsel.

VAR-Debatte gewinnt an Bedeutung

Ein zusätzlicher Ärgerpunkt für den HSV: Der Video-Assistent (VAR) darf bei solchen strittigen Szenen derzeit nicht eingreifen. Muheim kommentierte: "Das war ganz klar eine Gelbe Karte. Er geht mit gestrecktem Bein rein und trifft mich am Schienbein. Deshalb kann ich das nicht verstehen." Der HSV-Profi fügte hinzu: "Das ist bitter. In Überzahl wäre vielleicht mehr möglich gewesen."

Eine mögliche Änderung dieser Regel wird von den internationalen Fußballverbänden bei einer anstehenden Sitzung Ende Februar diskutiert. Sollte der VAR künftig bei solchen Zweikampf-Szenen eingreifen dürfen, könnten kontroverse Entscheidungen wie in Mainz möglicherweise korrigiert werden.

Ausblick auf kommende Spiele

Das 1:1 in Mainz bedeutet für den Hamburger SV einen enttäuschenden Punktgewinn in einem wichtigen Auswärtsspiel. Die Kritik an Schiedsrichterentscheidungen und der Umgang mit harten Zweikämpfen wird die Mannschaft von Merlin Polzin auch in den kommenden Spieltagen beschäftigen. Für Mainz 05 hingegen stellt das Remis einen wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt dar, der allerdings mit viel Glück und taktischem Geschick des Trainerstabs erkämpft wurde.

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