HSV-Juwel Stange feiert emotionales Volkspark-Comeback
Die Stimmung im Hamburger Volksparkstadion kochte über, als Otto Stange in der 65. Spielminute gegen Bayer Leverkusen eingewechselt wurde. Der 19-jährige Jungstürmer, der in der Winterpause seine Leihe beim SV Elversberg vorzeitig beendet hatte, feierte damit sein lang ersehntes Comeback vor heimischer Kulisse. Obwohl der HSV mit 0:1 gegen den deutschen Vizemeister unterlag, hinterließ Stange mit mutigen und dynamischen Aktionen einen bleibenden Eindruck.
Beinahe-Ausgleich in der Nachspielzeit
In der 91. Minute hätte der Jubel der HSV-Fans zum Orkan anwachsen können: Stange kam am Strafraum an den Ball, ließ mehrere Leverkusener Verteidiger stehen und zog aus kurzer Distanz ab. Doch Bayer-Keeper Janis Blaswich (34) reagierte blitzschnell und parierte den vielversprechenden Schuss des Talents. „Mein Einsatz gegen Leverkusen macht Bock auf mehr. Dafür gebe ich alles“, erklärt Stange nach dem Spiel. „Natürlich ist es scheiße, zu verlieren, das bringt keinen Spaß.“
Rückkehr an die Elbe mit klarem Plan
Der U19-Nationalspieler erläutert seine Entscheidung für die Rückkehr nach Hamburg: „Ich habe mit Trainer Merlin Polzin und Sportdirektor Claus Costa gesprochen, bin mit einem guten Gefühl zurückgekommen. Hamburg ist meine Stadt, hier fühle ich mich wohl.“ Gleichzeitig ist sich der junge Angreifer der Herausforderungen bewusst: „Natürlich ist mir klar, dass mir hier nichts geschenkt wird. Dass ich weiter daran hart arbeiten muss. Merlin hat mich jetzt belohnt. Spielen bringt Spaß.“
Wertvolle Erfahrungen in der Zweiten Liga
Die halbjährige Leihe beim SV Elversberg erwies sich für Stanges Entwicklung als äußerst wertvoll. Mit elf Zweitliga-Einsätzen und drei Treffern sammelte der Mittelstürmer wichtige Erfahrungen. „Ich konnte mich dort spielerisch weiterentwickeln, bin besser geworden“, resümiert der 19-Jährige. Diese Fortschritte will er nun im hart umkämpften HSV-Sturm unter Beweis stellen, wo er mit Yussuf Poulsen (31), Ransford Königsdörffer (24), Robert Glatzel (32) und Damion Downs (21) starke Konkurrenz vorfindet.
Herausforderung als Motivation
„Ich muss meine Chancen einfach nutzen, Tore schießen, Vorlagen geben, gute Spiele machen“, beschreibt Stange seine Herangehensweise. „Und Merlin die Entscheidung nicht so leicht machen.“ Mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: „Nächstes Mal muss ich den Ball einfach hineinschießen.“ Das ehemalige Skateboard-Talent zeigt sich entschlossen, seinen Platz im HSV-Kader zu erkämpfen.
Trainer Polzin setzt auf Stanges Entwicklung
HSV-Coach Merlin Polzin bestätigt das große Potenzial des Nachwuchsstürmers: „Otto wird im Verlauf der Saison noch eine wichtige Rolle spielen. Er ist weiterhin unbekümmert, hat drei, vier Aktionen gehabt.“ Der Trainer betont insbesondere die persönliche Reifung des Spielers: „Er ist in den letzten Monaten als Persönlichkeit gereift, kann in der Bundesliga mithalten.“ Diese Einschätzung unterstreicht das Vertrauen, das der Verein in sein Eigengewächs setzt.
Die Rückkehr von Otto Stange an die Elbe markiert nicht nur ein persönliches Comeback, sondern könnte sich als wichtiger Baustein für die Zukunft des Hamburger Fußballs erweisen. Mit seiner unbekümmerten Spielweise und klaren Zielsetzung verkörpert der 19-Jährige genau die Art von Talent, die der HSV für seine sportliche Weiterentwicklung benötigt.



