HSV vor wichtiger Aufgabe: Vier Kapitäne fehlen gegen Leverkusen
Beim Hamburger SV herrscht vor dem wichtigen Nachholspiel in der Fußball-Bundesliga eine außergewöhnliche Situation. Trainer Merlin Polzin muss sein Team am Mittwochabend ohne gleich vier Kapitäne aufstellen lassen. Die Begegnung gegen Bayer Leverkusen, die ursprünglich bereits am 13. Januar stattfinden sollte, wurde damals aufgrund von Schneefällen abgesagt und wird nun nachgeholt.
Kapitäns-Dilemma beim Aufsteiger
Die Ausgangslage für den HSV ist alles andere als ideal. In den meisten Bundesligapartien dieser Saison führte bisher Nicolás Capaldo als Kapitän die Mannschaft auf den Platz. Der 27-jährige Defensiv-Allrounder fällt jedoch für mindestens zwei bis drei Wochen mit einer Verletzung der Bauchmuskulatur aus. Trainer Polzin zeigte sich dennoch erleichtert: „Nach seiner Reaktion auf dem Feld haben wir deutlich Schlimmeres befürchtet. Wir sind aber sehr gut weggekommen.“
Der eigentliche Mannschaftskapitän Yussuf Poulsen wird voraussichtlich erneut nur als Joker in der zweiten Halbzeit zum Einsatz kommen. Der 31-jährige Stürmer hatte in der Vorrunde mit Verletzungspech zu kämpfen und wird von Polzin mit besonderer Vorsicht behandelt. „Wir wollen keine Entscheidung treffen, die uns danach noch Wochen weh tut“, erklärte der Trainer die taktische Vorgehensweise.
Remberg als klarer Favorit für die Kapitänsbinde
In dieser schwierigen Situation kristallisiert sich Nicolai Remberg als klarer Favorit für die Kapitänsrolle heraus. Der 25-jährige Feldspieler hätte den Vorteil, dass er als aktiver Spieler leichter mit dem Schiedsrichter kommunizieren kann. Polzin betonte: „Wenn Poulsen nicht beginnt, werden Heuer Fernandes oder Remberg mit der Binde vorangehen. Von der Energie sind sowieso alle gefordert.“
Die Entscheidung war am Dienstagmittag noch nicht offiziell gefallen, da Polzin zunächst mit seinen Profis sprechen wollte. Neben Remberg käme theoretisch auch Torhüter Daniel Heuer Fernandes für die Kapitänsrolle in Frage. Ein weiterer Co-Kapitän, Jonas Meffert, hatte den Verein bereits im Winter verlassen und wechselte zum Zweitligisten Holstein Kiel.
Weitere personelle Engpässe
Ein zusätzliches Problem für den HSV: Miro Muheim, der als Vertreter für die Kapitänsrolle in Frage käme, muss eine Gelbsperre absitzen. Damit wird die Mannschaftsführung zu einer echten Herausforderung für den Aufsteiger.
Die Situation verdeutlicht die personellen Engpässe, mit denen der HSV zu kämpfen hat. Vor dem wichtigen Spiel gegen den starken Gegner aus Leverkusen muss Trainer Polzin nicht nur taktische, sondern auch führungstechnische Entscheidungen treffen. Die gesamte Breite des Kaders wird benötigt, um diese schwierige Phase zu überstehen und im Kampf um den Klassenerhalt wichtige Punkte zu sammeln.



