Onlineumfrage vor Landtagswahl: AfD liegt in Sachsen-Anhalt weiter vor CDU
In einer aktuellen Onlineumfrage vor der anstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt führt die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund deutlich vor der CDU. Das Meinungsinstitut INSA ermittelte im Auftrag des Onlineportals NIUS, dass die rechtsextreme Partei auf 38 Prozent der Stimmen käme, während die CDU mit Ministerpräsident Sven Schulze 25 Prozent erreichen würde. Im Vergleich zu einer ähnlichen Erhebung aus dem Januar haben beide Parteien jeweils einen Prozentpunkt verloren.
Vier Parteien müssen um den Einzug in den Landtag zittern
Alle weiteren im Landtag vertretenen Parteien liegen laut der Umfrage unter der Fünf-Prozent-Hürde und müssen um den Wiedereinzug bangen. Die SPD, die aktuell gemeinsam mit CDU und FDP in Sachsen-Anhalt regiert, käme auf lediglich sechs Prozent, was einem Minus von zwei Punkten gegenüber Januar entspricht. Die FDP erreicht drei Prozent, die Grünen vier Prozent, wobei beide Parteien jeweils einen Punkt zulegen konnten. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) kommt auf exakt fünf Prozent und wäre damit knapp im Parlament vertreten.
Die Linkspartei landet mit 13 Prozent auf dem dritten Platz und verzeichnet ein Plus von zwei Prozentpunkten im Vergleich zur Vorerhebung. Für die Onlineumfrage wurden vom 17. bis zum 24. März insgesamt 1.000 volljährige Personen aus Sachsen-Anhalt befragt. Laut INSA sind die Ergebnisse repräsentativ für die erwachsene Bevölkerung des Bundeslandes, wobei andere Umfrageinstitute in Deutschland traditionell auf Telefoninterviews setzen.
Direktduell: Schulze liegt vor Siegmund
Interessant sind die abgefragten Werte zu den Spitzenkandidaten. Bei einer hypothetischen Direktwahl zwischen Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) und AfD-Kandidat Ulrich Siegmund würde der CDU-Mann mit 29 zu 27 Prozent vorne liegen. Schulze war im Januar im Landtag zum Ministerpräsidenten gewählt worden und übernahm damals das Amt von Reiner Haseloff.
Mit einem solchen Wahlergebnis wäre die Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt überaus kompliziert. Da keine Partei mit der rechtsextremen AfD koalieren möchte, könnte das aktuelle Regierungsbündnis aus CDU, SPD und FDP ohne die Liberalen nicht fortgeführt werden. Gemeinsam kämen Christ- und Sozialdemokraten lediglich auf 31 Prozent. Noch schwieriger gestaltet sich die Situation, da die CDU auch eine Koalition mit der Linkspartei kategorisch ausschließt.
Die politische Landschaft in Sachsen-Anhalt steht somit vor erheblichen Herausforderungen. Während die AfD in der Umfrage klar führt, zeigt das Direktduell, dass Ministerpräsident Schulze persönlich mehr Vertrauen genießt als sein Kontrahent von der AfD. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich diese Tendenz in der heißen Wahlkampfphase bestätigt oder verschiebt.



