Ex-Hells-Angels-Rocker nach elf Jahren Flucht tot: Leiche am Flughafen beschlagnahmt
Die Staatsanwaltschaft hat am Köln/Bonner Flughafen die Leiche eines wegen Mordes gesuchten ehemaligen Hells-Angels-Rockers beschlagnahmen lassen. Nach elf Jahren auf der Flucht ist der Mann nun tot, wie Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer auf Anfrage bestätigte. Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor über den Fall berichtet.
Mordverdacht und blutige Rache in Kölner Kneipe
Der 39-Jährige soll vor elf Jahren in einer Kölner Kneipe als Chef der Kölner Hells Angels einen 29-Jährigen erschossen haben. Laut Ermittlungen handelte es sich um einen Racheakt für einen Einbruch in einen Hells-Angels-Treffpunkt, bei dem Spielautomaten aufgebrochen und geplündert worden waren. Eine Staatsanwältin sprach im Prozess gegen Mittäter von einer „eiskalten Hinrichtung“. Neben dem Todesopfer wurden zwei weitere Männer durch Schüsse lebensgefährlich verletzt.
Flucht in den Iran und ungeklärter Tod
Der Verdächtige setzte sich nach der Tat über die Türkei in den Iran ab und verstarb dort auf bislang ungeklärte Weise. Zwischenzeitlich soll er zu den Bandidos übergelaufen sein. Die Angehörigen ließen den Leichnam aus dem Iran nach Deutschland überführen, um ihn hier zu bestatten. In der Rechtsmedizin wurden keine äußeren Hinweise auf Fremdverschulden festgestellt, doch toxikologische Untersuchungen, die einer möglichen Vergiftung nachgehen, dauern an.
Verfahren wird eingestellt
Mit dem Tod des Gesuchten hat sich das Mordverfahren erledigt. Oberstaatsanwalt Bremer erklärte, dass es eingestellt und die internationalen Fahndungsmaßnahmen aufgehoben werden. Die Identität des Toten wurde zweifelsfrei erwiesen, nachdem die Leiche beschlagnahmt und untersucht worden war. Dieser Fall markiert das Ende einer langjährigen Fluchtgeschichte, die mit einem brutalen Verbrechen in Köln begann.



