ICE-Behörde beansprucht zentrale Sicherheitsrolle bei Fußball-WM in Nordamerika
Die kontroverse US-Einwanderungsbehörde ICE wird nach eigenen Angaben eine "zentrale" Rolle bei den Sicherheitsvorkehrungen für die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer übernehmen. Dies teilte der amtierende ICE-Chef Todd Lyons während einer Anhörung vor dem Kongress in Washington mit. Das Mega-Event findet vom 11. Juni bis 19. Juli in Nordamerika statt.
"Zentraler Bestandteil des Sicherheitsapparates"
"ICE, insbesondere die Abteilung Homeland Security Investigations, ist ein zentraler Bestandteil des gesamten Sicherheitsapparates für die Weltmeisterschaft", erklärte Lyons vor den Abgeordneten. Er betonte weiter: "Wir setzen uns für die Sicherheit dieser Veranstaltung und für die Sicherheit aller Teilnehmer und Besucher ein." Die Behörde positioniert sich damit als unverzichtbarer Akteur für das Gelingen des sportlichen Großereignisses.
Kritische Nachfragen aus dem Kongress
Die demokratische Politikerin Nellie Pou, die den neunten Bezirk von New Jersey vertritt, stellte während der Anhörung kritische Fragen. In ihrem Wahlkreis liegt das WM-Stadion in East Rutherford. Pou erkundigte sich, ob ICE sich verpflichten würde, den Betrieb im Umfeld von FIFA-Veranstaltungen einzustellen. "Ist Ihnen klar, dass es dem gesamten Prozess schaden wird, wenn die Fans das Gefühl haben, zu Unrecht inhaftiert oder ungerechtfertigt herausgezogen zu werden?", fragte die Abgeordnete nachdrücklich. Sie fügte hinzu: "Ich hoffe, das ist Ihnen bewusst."
ICE-Chef verspricht sichere Veranstaltung
Lyons reagierte auf die Bedenken mit der Zusicherung: "ICE setzt alles daran, dass jeder, der die Einrichtungen besucht, eine sichere Veranstaltung erlebt." Von den insgesamt 16 Gastgeberstädten des Turniers liegen elf in den Vereinigten Staaten. Die weiteren fünf Spielorte befinden sich in Mexiko und Kanada, was die internationale Dimension der Sicherheitsherausforderung unterstreicht.
Vorgeschichte und Kontroversen
Die Ankündigung der ICE-Beteiligung erfolgt vor dem Hintergrund bestehender Kontroversen:
- Die aggressive Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump hat in der Vergangenheit zu internationaler Kritik geführt
- Die teils brutale Vorgehensweise von ICE-Agenten sorgte bereits für Aufsehen, etwa als Agenten in Minneapolis kürzlich zwei Menschen erschossen
- Diese Vorfälle hatten vereinzelt zu Aufrufen für einen Boykott der Weltmeisterschaft geführt
- Die Präsenz von ICE-Beamten in Italien rund um die Olympischen Winterspiele hatte ebenfalls für Empörung gesorgt
Die Fußball-WM 2026 entwickelt sich damit nicht nur zu einem sportlichen Höhepunkt, sondern auch zu einem Testfall für die Zusammenarbeit zwischen Sportgroßveranstaltungen und umstrittenen Sicherheitsbehörden.



