FIFA-Chef Infantino fordert drastische Sanktionen gegen Mund-Zuhalten
FIFA-Präsident Gianni Infantino hat eine kontroverse Initiative gestartet: Er schlägt vor, dass Profifußballer, die sich beim Sprechen mit Gegenspielern den Mund zuhalten, mit einer roten Karte vom Platz gestellt werden könnten. Dieser ungewöhnliche Vorstoß erfolgte nach einer Sitzung des International Football Association Board (IFAB) am Samstag in Wales und löste sofort intensive Diskussionen aus.
Auslöser war Rassismusvorfall bei Benfica gegen Real Madrid
Hintergrund der Debatte ist ein aktueller Vorfall, bei dem Gianluca Prestianni von Benfica Lissabon den Starspieler Vinicius Junior von Real Madrid mutmaßlich rassistisch beleidigt haben soll. Prestianni hatte sich während der Auseinandersetzung sein Trikot vor den Mund gezogen, was die Vermutung nährte, er wolle unerlaubte Äußerungen verbergen. Dieser konkrete Fall wurde beim IFAB-Treffen ausführlich erörtert und diente als Ausgangspunkt für Infantinos radikalen Vorschlag.
„Wenn man nichts zu verbergen hat, versteckt man seinen Mund nicht“
In einem Interview mit Sky News begründete der FIFA-Boss seine Position mit klaren Worten: „Es muss vermutet werden, dass ein Spieler etwas gesagt hat, das er nicht hätte sagen dürfen – sonst hätte er seinen Mund nicht bedecken müssen“, erklärte Infantino. Er zeigte sich unverständlich gegenüber dem Verhalten der Profis und fügte hinzu: „Ich verstehe es einfach nicht. Wenn man nichts zu verbergen hat, dann versteckt man seinen Mund nicht, wenn man etwas sagt.“
Infantino betonte, dass eine Hinausstellung eine notwendige Maßnahme sei, „die wir ergreifen können und die wir ergreifen müssen, wenn wir es mit unserem Kampf gegen Rassismus ernst meinen“. Damit positioniert er die geplante Regeländerung explizit als Instrument im Kampf gegen Diskriminierung im Fußball.
Mögliche Umsetzung bereits bei nächster WM in Nordamerika
Der nächste FIFA-Kongress findet bereits im April in Vancouver statt. Dort könnte der Weltverband konkrete Beschlüsse fassen, um die neue Regelung zeitnah umzusetzen. Ziel wäre es, die Maßnahmen schon bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) anzuwenden und so zu verhindern, dass Profis sich bei Diskussionen mit Gegenspielern den Mund zuhalten.
Diese mögliche Regeländerung markiert einen bedeutenden Schritt in der internationalen Fußballpolitik. Sie unterstreicht den wachsenden Druck auf Verbände und Spieler, transparent und respektvoll zu kommunizieren. Die Diskussion um Infantinos Vorstoß wird voraussichtlich in den kommenden Wochen weiter an Fahrt aufnehmen, insbesondere im Vorfeld des FIFA-Kongresses und der WM-Vorbereitungen.



