Insolvenzverfahren eröffnet: Zukunft der European League of Football steht auf der Kippe
Die European League of Football (ELF) könnte bald Geschichte sein. Nach Monaten des erbitterten Streits zwischen der Ligaleitung und den teilnehmenden Teams ist über das Vermögen der Football-Liga am Montag das Insolvenzverfahren beim Amtsgericht Hamburg eröffnet worden. Dieser Schritt markiert einen dramatischen Tiefpunkt für die einst vielversprechende Liga, die den Football-Hype in Europa kommerziell nutzen wollte.
Insolvenzverwalter übernimmt die Kontrolle
Von nun an bestimmt nicht mehr Geschäftsführer Zeljko Karajica über das Schicksal der ELF, sondern Insolvenzverwalter Andreas Romey. Dieser bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass das Verfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eingeleitet wurde. Romey hofft in den kommenden Tagen auf konkrete Angebote, um zu entscheiden, ob die Liga überhaupt noch eine Zukunft hat. Bereits Anfang Februar hatte die ELF einen Antrag auf Sanierung in Eigenverwaltung gestellt und zunächst bewilligt bekommen, doch diese Hoffnung ist nun zerschlagen.
Massiver Verlust von Teams
Viele Vereine hatten sich bereits im Vorfeld von der ELF abgewandt und sind zu zwei neu gegründeten Ligen übergetreten. Teams wie die Frankfurt Galaxy und die Munich Ravens haben sich der European Football Alliance (EFA) angeschlossen, während Rhine Fire aus Düsseldorf in der American Football League Europe (AFLE) antreten will. Diese beiden Ligen sind erst aufgrund des anhaltenden Konflikts entstanden und gehen in ihre ersten Spielzeiten. Die ELF beharrte zwar darauf, dass die ausgetretenen Teams vertraglich zur Teilnahme verpflichtet seien, doch diese Position ist nun obsolet.
Ursachen des Niedergangs
Die ELF wurde im Jahr 2020 von Zeljko Karajica und dem bekannten TV-Kommentator Patrick Esume gegründet, um die durch die NFL ausgelöste Football-Euphorie in Europa zu kapitalisieren. In den fünf bisherigen Spielzeiten krönte sich zuletzt Stuttgart Surge im September 2025 zum Meister. Allerdings hatte Esume die Liga zu diesem Zeitpunkt bereits wegen „unüberbrückbarer Differenzen“ an der Spitze verlassen. Der monatelange Streit eskalierte schließlich, wobei viele Teams der Liga vorwarfen, Rechnungen nicht beglichen zu haben. Karajica konterte in Interviews mit dem Vorwurf, dass auch die Vereine ihre Verbindlichkeiten gegenüber der ELF nicht erfüllt hätten.
Nächste Schritte und Termine
Das Hamburger Insolvenzgericht hat für den 23. Juni eine Gläubigerversammlung angesetzt. Bis zu diesem Termin müssen alle Gläubiger ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden. Allerdings wird eine Entscheidung über die Zukunft der Liga bereits deutlich früher erwartet, da die finanzielle Lage akut ist. Ob die European League of Football jemals wieder einen Spielbetrieb aufnehmen kann, steht derzeit in den Sternen und hängt maßgeblich von den kommenden Angeboten und der Arbeit des Insolvenzverwalters ab.



