Iran droht mit WM-Boykott 2026: Sportminister schließt Teilnahme aus
Die politischen Spannungen im Iran könnten direkte Auswirkungen auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko haben. Der iranische Sportminister Ahmad Donjamali hat in einem Fernsehinterview beim IRIB Sports Network eine Teilnahme seines Landes an dem prestigeträchtigen Turnier öffentlich ausgeschlossen. Seine Begründung: Die Sicherheitslage für die Nationalmannschaft sei nicht gegeben.
„Unsere Jungs sind nicht sicher“
„Da diese korrupte Regierung unseren Führer ermordet hat, haben wir unter keinen Umständen angemessene Bedingungen, um an der Weltmeisterschaft teilzunehmen“, erklärte Donjamali in deutlichen Worten. Der Minister bezog sich dabei auf die US-Regierung und die anhaltenden Konflikte zwischen beiden Nationen. Er führte weiter aus, dass Iran in den letzten Monaten zwei Kriege aufgezwungen worden seien und mehrere Tausend Menschen getötet wurden.
„Angesichts der bösartigen Maßnahmen, die gegen Iran durchgeführt wurden, wurden uns innerhalb von acht oder neun Monaten zwei Kriege aufgezwungen, und mehrere Tausend unserer Menschen wurden getötet. Daher haben wir definitiv keine Möglichkeit zu einer Teilnahme“, so der Sportminister. Abschließend betonte er: „Unsere Jungs sind nicht sicher und Rahmenbedingungen für eine Teilnahme existieren nicht.“
Verbandschef Taj äußert ähnliche Bedenken
Offiziell ist ein WM-Boykott des Iran zwar noch nicht beschlossen, doch auch Verbandschef Mehdi Taj hat ähnliche Überlegungen geäußert. Nach den Vorgängen um die iranische Frauen-Nationalmannschaft beim Afrika-Cup fragte Taj: „Welcher vernünftige Mensch würde seine Nationalmannschaft in die USA schicken, wenn es bei der WM genauso politisch zugehen sollte wie in Australien?“ Bei dem Turnier waren mehrere iranische Fußballerinnen in Australien geblieben und hatten humanitäre Visa erhalten.
Die Männer-WM beginnt am 11. Juni 2026, wobei der Iran in der Gruppe G auf Belgien, Ägypten und Neuseeland treffen würde. Alle drei Gruppenspiele wären in den USA geplant. In der K.o.-Phase könnte es sogar zu einem Aufeinandertreffen mit dem Gastgeberland kommen. Bereits bei der Auslosung im Dezember in Washington war Verbandschef Taj das Einreisevisum verweigert worden.
FIFA-Präsident Infantino vermittelt
FIFA-Präsident Gianni Infantino hat in dieser angespannten Situation vermittelnd gewirkt. Laut seinen jüngsten Aussagen habe US-Präsident Donald Trump dem Iran zugesichert, dass „die iranische Mannschaft natürlich herzlich“ zur WM in die USA eingeladen sei. Infantino berief sich dabei auf ein persönliches Treffen mit dem amerikanischen Staatschef.
Allerdings hatte Trump zuletzt auch erklärt, es sei ihm „wirklich egal“, ob Iran an der Weltmeisterschaft teilnehmen werde. Diese ambivalente Haltung trägt nicht zur Entspannung der Situation bei und unterstreicht die politische Dimension des sportlichen Konflikts.
Die iranische Fußballnationalmannschaft steht somit vor einer schwierigen Entscheidung. Während die sportliche Qualifikation für das Turnier gelungen ist, könnten politische Erwägungen nun eine Teilnahme verhindern. Die internationale Fußballgemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit großer Aufmerksamkeit, da ein Boykott nicht nur sportliche, sondern auch diplomatische Konsequenzen hätte.



