Iranische Fußball-Kapitänin zieht Asylantrag in Australien zurück
Die Kapitänin der iranischen Fußball-Nationalmannschaft, Zahra Ghanbari, hat ihren ursprünglich geplanten Asylantrag in Australien zurückgezogen und wird in den Iran zurückkehren. Dies berichten iranische Staatsmedien am Sonntag. Eine offizielle Stellungnahme der australischen Behörden steht noch aus, doch die Entwicklung wirft erneut Fragen zum Druck auf iranische Sportler im Ausland auf.
Fünf von sieben Delegationsmitgliedern kehren zurück
Insgesamt hatten sieben Mitglieder der iranischen Delegation nach dem Vorrunden-Aus bei der Asienmeisterschaft Asyl in Australien beantragt. Nun haben sich fünf davon, darunter Ghanbari, gegen einen Verbleib entschieden und reisen zurück in ihre Heimat. Laut der Nachrichtenagentur Irna wird Ghanbari zunächst nach Malaysia fliegen, bevor sie "in die Arme der Heimat zurückkehrt".
Bereits in den vergangenen Tagen hatten sich vier Teammitglieder, darunter drei Spielerinnen und eine Betreuerin, für die Rückkehr entschieden. Diese Entwicklung folgt auf große Sorgen um die Nationalspielerinnen, nachdem die Mannschaft beim ersten Gruppenspiel gegen Südkorea mit 0:3 verloren hatte und auf das Singen der Nationalhymne verzichtete.
Menschenrechtsgruppen kritisieren Druck auf Sportler
Menschenrechtsgruppen haben den iranischen Behörden wiederholt vorgeworfen, Sportler im Ausland unter Druck zu setzen. Angehörige der Athleten sollen bedroht oder mit der Beschlagnahmung von Eigentum eingeschüchtert werden, sollten sie sich gegen die Islamische Republik äußern oder Asyl beantragen. Diese Praktiken führen oft dazu, dass Sportler ihre Pläne ändern und in den Iran zurückkehren, obwohl sie ursprünglich im Ausland bleiben wollten.
Die Situation der iranischen Fußball-Nationalmannschaft hat international für Aufmerksamkeit gesorgt, da sie ein Beispiel für die politischen Spannungen und Menschenrechtsfragen im Sport darstellt. Die Rückkehr von Ghanbari und anderen Teammitgliedern könnte weitere Diskussionen über die Autonomie von Sportlern in autoritären Regimen auslösen.



