Iran schließt Teilnahme an Fußball-Weltmeisterschaft 2026 aus
Irans Sportminister Ahmad Donjamali hat in einem TV-Interview deutlich gemacht, dass sein Land nicht an der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA teilnehmen wird. Als Hauptgrund nannte er den Krieg und den Angriff der USA auf den Iran Ende Februar. "Da diese korrupte Regierung unseren Führer ermordet hat, haben wir unter allen Umständen keine Bedingungen, um an der Weltmeisterschaft teilzunehmen", sagte Donjamali.
Krieg und politische Spannungen als entscheidende Faktoren
Der Sportminister verwies auf die schweren Konflikte der letzten Monate: "Angesichts der bösartigen Maßnahmen, die gegen Iran durchgeführt wurden, wurden uns innerhalb von acht oder neun Monaten zwei Kriege aufgezwungen, und mehrere Tausend unserer Menschen wurden getötet. Daher haben wir definitiv keine Möglichkeit zu einer solchen Teilnahme." Ob diese Entscheidung endgültig ist und der Iran die WM tatsächlich boykottiert, blieb zunächst unklar, doch die Aussagen des Ministers sind deutlich.
Verbandschef Tadsch unterstützt die Position
Auch Mehdi Tadsch, der Chef des iranischen Fußballverbands, hat sich ähnlich geäußert. Nach den Vorgängen um die Frauen-Nationalmannschaft während des Asien-Cups in Australien brachte er einen möglichen Verzicht ins Spiel. "Welcher vernünftige Mensch würde seine Nationalmannschaft in die USA schicken, wenn es bei der WM genauso politisch zugehen sollte wie in Australien", sagte Tadsch. Nach dem Vorrunden-Aus beim Asien-Cup waren mehrere Spielerinnen in Australien geblieben und hatten humanitäre Visa erhalten.
Hintergrund: Qualifikation und geplante Spiele
Die iranische Nationalmannschaft hatte sich im März vorigen Jahres als eine der ersten Mannschaften für die WM 2026 qualifiziert. Die Endrunde findet in den USA, Kanada und Mexiko statt und beginnt am 11. Juni. In der Gruppenphase sollte der Iran laut Plan auf Belgien, Neuseeland und Ägypten treffen, wobei alle drei Spiele in den USA ausgetragen werden sollten. Für die Auslosung im Dezember in Washington war Tadsch seitens der USA das Einreisevisum verweigert worden.
Reaktionen von FIFA und US-Präsident Trump
Nach Angaben von FIFA-Präsident Gianni Infantino hat US-Präsident Donald Trump jedoch erneut zugesichert, dass "die iranische Mannschaft natürlich herzlich" zur WM in die USA eingeladen sei. Dies habe ihm Trump bei einem Treffen gesagt. Trotz dieser Einladung scheinen die politischen Spannungen und der Krieg die Entscheidung des Iran zu dominieren.
Die Situation bleibt angespannt, und es ist ungewiss, ob der Iran seine Position ändern wird. Die Aussagen von Sportminister Donjamali und Verbandschef Tadsch deuten jedoch auf einen festen Entschluss hin, der die Teilnahme an der WM in Frage stellt.



