Irans Sportminister lehnt WM-Teilnahme trotz Einladung von Trump ab
Der iranische Sportminister Ahmad Donjamali hat in einem Fernsehinterview eine Teilnahme seines Landes an der Fußball-Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten kategorisch ausgeschlossen. Diese Entscheidung fällt vor dem Hintergrund des anhaltenden Krieges im Nahen Osten und der jüngsten militärischen Angriffe der USA und Israels auf den Iran Ende Februar. Donjamali begründete seine Ablehnung mit deutlichen Worten: „Da diese korrupte Regierung unseren Führer ermordet hat, haben wir unter allen Umständen keine Bedingungen, um an der Weltmeisterschaft teilzunehmen.“
Trumps Einladung und die Reaktion des Iran
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump dem FIFA-Präsidenten Gianni Infantino bei einem persönlichen Treffen zugesichert, dass die iranische Nationalmannschaft bei der WM im Sommer in seinem Land antreten dürfe. Infantino betonte nach dem Gespräch: „Während der Gespräche bekräftigte Präsident Trump, dass die iranische Mannschaft natürlich herzlich eingeladen sei, an dem Turnier in den Vereinigten Staaten teilzunehmen.“ Trotz dieser offiziellen Einladung bleibt der Iran bei seiner ablehnenden Haltung.
Donjamali unterstrich, dass „angesichts der bösartigen Maßnahmen, die gegen Iran durchgeführt wurden“, sein Land „definitiv keine Möglichkeit zu einer solchen Teilnahme“ habe. Ob diese Entscheidung endgültig ist und der Iran die WM tatsächlich boykottieren wird, bleibt zunächst unklar. Der Iran würde bei dem am 11. Juni in den USA, Kanada und Mexiko startenden Turnier alle drei Gruppenspiele auf US-amerikanischem Boden austragen.
Dramatische Entwicklungen um das iranische Frauen-Team
Parallel zur Diskussion um die WM-Teilnahme sorgt das iranische Frauen-Fußballteam für internationale Schlagzeilen. Während des Asien-Cups in Sydney erhielten fünf Spielerinnen humanitäre Visa, nachdem sie von der australischen Polizei aus ihrem Hotel gebracht worden waren. Zwei weitere Teammitglieder erklärten später, ebenfalls nicht in den Iran zurückkehren zu wollen. Laut dem australischen Innenminister Tony Burke entschied sich eine der Frauen in letzter Minute doch für die Rückreise, sodass insgesamt sechs Iranerinnen in Australien blieben.
Burke betonte, dass allen Spielerinnen vor der Abreise Asyl angeboten worden sei. Viele hätten jedoch aus Sorge um ihre Familien im Iran darauf verzichtet. Beim Abflug weinten zahlreiche Spielerinnen, andere lagen sich lange in den Armen, wie Journalisten der Zeitung „Sydney Morning Herald“ berichteten. Beobachter befürchten, dass den Frauen und ihren Familien nach einer Rückkehr ernsthafte Konsequenzen drohen könnten.
Proteste und politische Spannungen
Die „Löwinnen“ hatten während des Asien-Cups international für Aufsehen gesorgt, als sie beim ersten Gruppenspiel während der Nationalhymne schwiegen. Im Iran wurde dies als stiller Protest gegen die Führung in Teheran gewertet. Staatsmedien bezeichneten die Spielerinnen später als „Verräterinnen“, auch wenn sie bei den folgenden Partien wieder mitsangen.
Mehdi Tadsch, der Präsident des iranischen Fußball-Verbandes (FFI), äußerte sich ebenfalls skeptisch zur WM-Teilnahme: „Welcher vernünftige Mensch würde seine Nationalmannschaft in die USA schicken, wenn es bei der WM genauso politisch zugehen sollte wie in Australien.“ Diese Aussage unterstreicht die angespannte politische Lage, die den Sport zunehmend überschattet.
Nach der Landung in Kuala Lumpur auf dem Rückflug wartete Irans Botschafter in Malaysia bereits am Ausgang des Flugzeugstegs. Während einige Offizielle ihn begrüßten, wirkten viele Spielerinnen still und angespannt und starrten auf ihre Handys. Von Malaysia aus soll die Mannschaft über die Türkei weiter in den Iran reisen, während die sechs Asylantragstellerinnen in Australien bleiben.



