Iranischer Fußball-Präsident stellt WM-Teilnahme nach Asyl-Vorfällen infrage
Iran: Verbandspräsident stellt WM-Teilnahme infrage

Iran droht mit WM-Boykott nach Asyl-Vorfällen

Der Präsident des iranischen Fußball-Verbandes, Mehdi Taj, hat die Teilnahme der Männer-Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada erneut massiv infrage gestellt. In einer emotionalen Stellungnahme im iranischen Staatsfernsehen erklärte Taj, "niemand bei klarem Verstand" würde sein Team unter den aktuellen Umständen in die Vereinigten Staaten schicken.

Auslöser: Asylanträge von Fußballerinnen

Der Konflikt entzündete sich an Vorfällen rund um die iranische Frauen-Nationalmannschaft, die kürzlich an der Asien-Meisterschaft in Australien teilgenommen hatte. Nach dem Ausscheiden in der Vorrunde haben mindestens fünf Spielerinnen, darunter Kapitänin Zahra Ghanbari, nach Angaben der australischen Regierung um Asyl gebeten. Dies löste im Iran massive politische Reaktionen aus.

Mehdi Taj stellte die offizielle Darstellung der australischen Behörden in Frage und behauptete stattdessen, die Spielerinnen seien entführt worden und würden nun als "Geiseln" gehalten. "Nach dem letzten Spiel hat die australische Polizei laut unseren Informationen ein oder zwei Spielerinnen aus dem Hotel geholt", so Taj in seiner Fernsehansprache.

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Politische Vorwürfe und Nationalhymnen-Kontroverse

Der Verbandspräsident machte direkt US-Präsident Donald Trump für die Situation verantwortlich: "Er hat Australien gedroht: Wenn ihr ihnen kein Asyl gewährt, werde ich ihnen Asyl in den USA gewähren." Diese Aussage unterstreicht die politische Dimension des sportlichen Konflikts.

Bereits während des Turniers war es zu Spannungen gekommen, nachdem einige Spielerinnen vor dem Auftaktspiel gegen Südkorea demonstrativ auf das Mitsingen der iranischen Nationalhymne verzichtet hatten. Das iranische Staatsfernsehen brandmarkte sie daraufhin als "Verräterinnen in Kriegszeiten". Taj betonte jedoch, dass in den beiden folgenden Spielen die gesamte Mannschaft die Hymne gesungen und salutiert habe.

Folgen für die WM 2026

Iran soll bei der Weltmeisterschaft 2026 seine drei Vorrundenspiele in den USA bestreiten - zwei in Los Angeles und eines in Seattle. Taj stellte die grundsätzliche Teilnahmebereitschaft nun in Frage: "Wie kann man da optimistisch auf eine Weltmeisterschaft blicken, die in Amerika stattfinden soll?"

Die Äußerungen des Verbandspräsidenten werfen ernste Zweifel an der Teilnahme Irans an der nächsten WM auf und könnten zu einem diplomatischen Sportkonflikt zwischen dem Iran und den Ausrichterländern führen. Die Situation zeigt, wie stark politische Spannungen internationale Sportveranstaltungen beeinflussen können.

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