Formel 1 in Japan: Mercedes-Jungstar Antonelli dominiert die Qualifikation
Der Mercedes-Youngster Kimi Antonelli setzt seine beeindruckende Serie in der Formel 1 fort. Nur zwei Wochen nach seinem historischen Sieg in China sicherte sich der 19-jährige Italiener beim dritten Saisonlauf in Suzuka, Japan, die Pole Position. Damit greift der Teenager am Sonntag (7.00 Uhr/Sky) auch nach der Führung in der Weltmeisterschaft. „Ich bin superglücklich, habe mich sehr wohlgefühlt im Auto“, strahlte der Nachwuchsstar nach seiner starken Leistung.
Mercedes-Doppelführung mit Russell auf Platz zwei
Sein Teamkollege George Russell, der in der Gesamtwertung noch einen minimalen Vorsprung von vier Punkten hält, musste sich mit dem zweiten Startplatz begnügen. „Das war richtig gut von Kimi, sehr kontrolliert“, lobte Mercedes-Teamchef Toto Wolff seinen Schützling. Antonelli, der bereits in Shanghai als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte die Pole Position eroberte, sorgte in Japan für die 50. Pole eines Italieners in der Königsklasse. Russell beklagte hingegen Probleme mit der Abstimmung seines Wagens und hatte am Ende drei Zehntelsekunden Rückstand.
McLaren zeigt Aufwärtstrend, Verstappen in der Krise
Hinter den beiden Mercedes-Piloten platzierten sich McLaren-Fahrer Oscar Piastri auf Rang drei und Ferrari-Pilot Charles Leclerc auf Platz vier. Titelverteidiger Lando Norris komplettierte die Top Fünf im zweiten McLaren. „Wir haben nicht die Geschwindigkeit der Mercedes. Aber wir kommen näher dran, das ist das Wichtigste“, analysierte Piastri nach der Qualifikation. Für den viermaligen Weltmeister Max Verstappen setzte sich dagegen der Frust der frühen Saison fort. Der Red-Bull-Star konnte mit den Zeiten der Spitze nicht mithalten und landete nur auf Rang elf. „Irgendwas ist falsch mit dem Auto. Es ist plötzlich unfahrbar“, klagte Verstappen über den Boxenfunk.
Neue Technik-Regeln fordern Verstappen heraus
Nach zuletzt vier Siegen in Suzuka droht die Rekordserie des Niederländers zu reißen. Sein Dienstwagen ist bislang deutlich zu langsam, zudem hadert er mit dem neuen Technik-Regelwerk. Unter den seit Jahresanfang geltenden Richtlinien spielt der Elektro-Anteil des Motors eine viel größere Rolle. Die Piloten müssen immer wieder die Batterie laden und häufiger vom Gas gehen, was Verstappens aggressiven Fahrstil wenig entgegenkommt. „Das Fahren in diesen Autos fordert ihn nicht. Ehrlich gesagt, befürchte ich, dass Max seine Motivation verliert“, warnte sein Vater Jos Verstappen im niederländischen „Telegraaf“.
Audi mit gemischten Gefühlen nach Teamchef-Wechsel
Auch Nico Hülkenberg schaffte es als 13. im Audi nicht in den finalen Qualifikationsdurchgang. „War ein bisschen Käse meinerseits. Das Gefühl im Auto ist positiv, man muss es nur auf dem Asphalt umsetzen“, kommentierte der Rheinländer bei Sky. Sein Teamkollege Gabriel Bortoleto belegte dagegen Platz neun und sorgte für einen Mutmacher beim deutschen Werksteam. In den Tagen vor dem Japan-Gastspiel hatte der plötzliche Abschied von Teamchef Jonathan Wheatley aus „persönlichen Gründen“ für Wirbel gesorgt. Die sofortige Trennung überraschte auch Hülkenberg völlig. „Ich schaute in einer Pause auf mein Telefon und dachte mir: Oh, Shit“, erzählte der 38-Jährige in Suzuka.
Vorerst hat Audis Formel-1-Projektleiter Mattia Binotto auch die Aufgaben als Teamchef übernommen. Am Kommandostand in Japan erlebte er einen ermutigenden Auftritt der neu zusammengestellten Mannschaft des Autobauers. „Wir sind definitiv konkurrenzfähig“, zeigte sich Hülkenberg zuversichtlich für die kommenden Rennen.



