Iranische Fußballerinnen nach Hymnenschweigen in ernster Gefahr
Die internationale Fußball-Spielergewerkschaft Fifpro hat dringende Schutzmaßnahmen für die iranischen Nationalspielerinnen gefordert. Hintergrund sind erhebliche Sicherheitsbedenken nach dem Schweigen der Athletinnen bei der Nationalhymne während der Asienmeisterschaft in Australien.
Drohungen im Staatsfernsehen verschärfen die Lage
In einer offiziellen Stellungnahme äußerte Fifpro Asien/Ozeanien tiefe Besorgnis über die Sicherheit der Spielerinnen bei einer möglichen Rückkehr in den Iran. Besonders alarmierend sind öffentliche Angriffe im iranischen Staatsfernsehen, wo Moderator Mohammad Reza Shahbazi die Fußballerinnen als "Kriegsverräterinnen" bezeichnet haben soll. Er forderte laut Fifpro, sie müssten mit dem "Stigma von Ehrlosigkeit und Verrat" konfrontiert werden.
"Dies erhöht die Sorgen um die Sicherheit der Spielerinnen erheblich, sollten sie nach dem Turnier in Iran zurückkehren", betonte die Gewerkschaft. Die asiatische Fußballkonföderation AFC und der Weltverband FIFA wurden aufgefordert, alle notwendigen Schritte zum Schutz der Athletinnen zu unternehmen.
Wechselndes Verhalten bei der Nationalhymne
Die iranischen Fußballerinnen hatten beim ersten Spiel der Asienmeisterschaft demonstrativ während der Nationalhymne geschwiegen. Beim zweiten Spiel sangen sie dann jedoch die Hymne und salutierten dabei. Eine offizielle Erklärung für diesen Wechsel blieb aus, was Spekulationen über möglichen Druck auf die Spielerinnen nährt.
Die psychische Belastung der Mannschaft ist enorm. Trainerin Marziyeh Jafari erklärte: "Natürlich machen wir uns große Sorgen um unsere Familien und unsere Lieben und alle anderen Menschen in unserem Land, zu denen wir keinen Kontakt mehr haben." Stürmerin Sara Didar kämpfte bei Pressekonferenzen sichtlich mit den Tränen und sprach von der allgemeinen Trauer über die Ereignisse im Heimatland.
Historischer Kontext und aktuelle Situation
Die iranische Frauen-Nationalmannschaft nimmt nach ihrem Debüt 2022 zum zweiten Mal an einer Asienmeisterschaft teil. Neben den sportlichen Herausforderungen lastet die politische Situation schwer auf den Spielerinnen. Die Gewerkschaft Fifpro fordert nun konkrete Maßnahmen:
- Dringende Kontaktaufnahme der AFC und FIFA mit dem iranischen Fußballverband
- Einbindung der australischen Regierung und anderer relevanter Behörden
- Maximale Sicherheitsvorkehrungen für die Spielerinnen
Das letzte Gruppenspiel der iranischen Mannschaft findet am Sonntag statt. Unabhängig vom sportlichen Ausgang bleibt die Frage nach der sicheren Rückkehr der Athletinnen in ihre Heimat ungelöst und besorgniserregend.



