Iranischer Fußballverband prüft WM-Verzicht nach politischen Vorfällen in Australien
Iranischer Fußballverband denkt über WM-Verzicht nach

Iranischer Fußballverband prüft möglichen Verzicht auf WM 2026

Die Teilnahme der iranischen Fußball-Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko steht nach jüngsten Entwicklungen auf der Kippe. Der Präsident des iranischen Fußball-Verbandes (FFI), Mehdi Tadsch, hat erneut einen möglichen Verzicht ins Spiel gebracht und verweist dabei auf politische Vorfälle während des Asien-Cups in Australien.

Politische Einmischung als Hauptgrund

„Welcher vernünftige Mensch würde seine Nationalmannschaft in die USA schicken, wenn es bei der WM genauso politisch zugehen sollte wie in Australien“, erklärte Tadsch gegenüber der Nachrichtenagentur Isna. Der Verbandschef betonte, dass die iranische Frauen-Nationalmannschaft aus rein politischen Gründen sowohl von australischen Behörden als auch von iranischen Dissidenten dazu gedrängt worden sei, Asyl zu beantragen und nicht in den Iran zurückzukehren.

Nach dem Vorrunden-Aus beim Asien-Cup waren fünf Spielerinnen in Australien geblieben und hatten humanitäre Visa erhalten. Tadsch berichtete von mehreren erfolglosen Kontaktaufnahmen iranischer Funktionäre mit den australischen Behörden sowie dem Asiatischen Fußball-Verband AFC, um diese Atmosphäre des Drucks zu beenden.

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Hintergrund der WM-Teilnahme

Die iranische Nationalmannschaft hatte sich bereits im März 2025 als eine der ersten Mannschaften für die WM 2026 qualifiziert. Die Männer-Endrunde beginnt am 11. Juni 2026. In der Gruppenphase trifft das Team auf Belgien, Neuseeland und Ägypten, wobei alle drei Spiele in den USA ausgetragen werden.

Bereits im Dezember 2025 war Tadsch für die Auslosung in Washington seitens der USA das Einreisevisum verweigert worden. In der vergangenen Woche hatte der Verbandschef zudem angedeutet, dass nach den Angriffen der USA und Israel nicht zu erwarten sei, dass der Iran „hoffnungsvoll auf die WM blicke“.

Internationale Reaktionen

US-Präsident Donald Trump hatte zu den Überlegungen des iranischen Verbandes gesagt, ihm sei es „wirklich egal“, ob der Iran teilnehme. Die fünf iranischen Spielerinnen, die in Australien geblieben waren, wurden auf einem Foto mit Australiens Innenminister Tony Burke in Brisbane gezeigt, nachdem er die Entscheidung der Regierung für die Visa-Ausstellung mitgeteilt hatte.

Die Situation zeigt, wie politische Spannungen zunehmend den internationalen Sport beeinflussen. Der iranische Fußballverband steht nun vor einer schwierigen Entscheidung, die nicht nur sportliche, sondern auch erhebliche politische Implikationen haben könnte.

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