Iranische Fußballer setzen bei Testspiel deutliches Zeichen der Solidarität
Die iranische Fußball-Nationalmannschaft hat bei einem Testspiel in der Türkei eine bewegende Geste der Anteilnahme gezeigt. Während der Nationalhymne vor dem Freundschaftsspiel gegen Nigeria hielten die Spieler kleine Rucksäcke in den Händen und trugen schwarze Trauerflore am Oberarm. Das Team um Kapitän Mehdi Taremi sang dabei die Hymne mit sichtbarer Emotion.
Hintergrund der symbolischen Aktion
Die Geste erfolgte als Reaktion auf den tödlichen Raketenangriff auf eine Grundschule in Minab am 28. Februar. Nach iranischen Angaben kamen dabei 150 Menschen ums Leben, darunter zahlreiche Schülerinnen. Die iranische Regierung beschuldigte die USA und Israel, für den Angriff verantwortlich zu sein. Unabhängige Überprüfungen der Opferzahlen waren jedoch nicht möglich. Laut Berichten der New York Times soll ein Fehler der US-Streitkräfte zu dem Raketenbeschuss geführt haben.
Das Testspiel in Antalya endete mit einer 1:2-Niederlage der iranischen Mannschaft gegen Nigeria. Die sportliche Leistung trat jedoch angesichts der politischen Symbolik in den Hintergrund.
Politische Spannungen belasten WM-Teilnahme
Der anhaltende Krieg im Nahen Osten hat erhebliche Zweifel an der Teilnahme Irans an der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada geweckt. Die WM findet vom 11. Juni bis 19. Juli statt, und der Iran soll in der Vorrunde in Los Angeles gegen Neuseeland und Belgien sowie in Seattle gegen Ägypten antreten.
In dieser Woche verhängte der Iran ein Reiseverbot für seine Nationalteams und Sportvereine in Länder, die als „feindlich“ eingestuft werden. Verbandspräsident Mehdi Taj erklärte, man verhandle mit der FIFA über eine mögliche Austragung der iranischen WM-Spiele in Mexiko. Der Fußball-Weltverband hält jedoch nach eigenen Angaben am bestehenden Spielplan fest und plant keine Verlegungen.
Widersprüchliche Signale aus den USA
US-Präsident Donald Trump sandte zuletzt widersprüchliche Botschaften bezüglich der iranischen WM-Teilnahme. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er einerseits, die Iraner seien willkommen, äußerte aber gleichzeitig Bedenken: „Ich halte es nicht für angemessen, dass sie dort sind, im Hinblick auf ihr eigenes Leben und ihre Sicherheit.“
Die iranische Mannschaft hat ihr WM-Quartier bereits in Tucson, Arizona, gebucht. Vor dem nächsten Testspiel gegen Costa Rica am Dienstag in der Türkei wurde das Team beim Training vor der Partie gegen Ghana abgeschirmt. Medienberichten zufolge waren Interviews mit Spielern oder dem Trainer nicht möglich.
Vergleich mit anderen sportpolitischen Entwicklungen
Bereits Anfang März hatte die iranische Frauen-Nationalmannschaft international für Aufsehen gesorgt. Beim ersten Gruppenspiel der Asienmeisterschaft in Australien verzichtete das Team gegen Südkorea auf das Singen der Nationalhymne und wurde daraufhin in der Heimat scharf kritisiert.
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie stark der Sport im Iran von politischen Spannungen beeinflusst wird. Während die Spieler auf dem Feld ihre Solidarität mit den Opfern des Raketenangriffs zeigen, kämpft der Verband hinter den Kulissen um die Möglichkeit der WM-Teilnahme unter schwierigen politischen Rahmenbedingungen.



