Italien nach Sieg über Nordirland kurz vor WM-Comeback: Nur noch ein Sieg trennt von Nordamerika
Italien kurz vor WM-Comeback: Nur noch ein Sieg fehlt

Italien nach Sieg über Nordirland kurz vor WM-Comeback: Nur noch ein Sieg trennt von Nordamerika

Die italienische Fußballnationalmannschaft kann vorerst aufatmen. Nach dem mühsamen 2:0-Sieg gegen Nordirland in den Qualifikations-Playoffs zur Fußball-Weltmeisterschaft steht die Squadra Azzurra nur noch einen Sieg vom lang ersehnten WM-Comeback entfernt. Das entscheidende Playoff-Finale findet am Dienstag in der bosnischen Stadt Zenica statt.

Erleichterung nach nervösem Auftakt

Der Erfolg gegen Nordirland kam nicht mühelos. „Wir waren nervös und ängstlich“, räumte Mittelfeldspieler Sandro Tonali nach dem Spiel ein. Der Newcastle-United-Profi hatte mit einem präzisen Flachschuss in der 56. Minute die wichtige 1:0-Führung erzielt. Fiorentina-Stürmer Moise Kean sorgte in der 80. Minute für die beruhigende 2:0-Entscheidung.

Die Erleichterung bei Spielern und Trainerstab war deutlich spürbar. Trainer Gennaro Gattuso feierte euphorisch an der Seitenlinie, während Torwart-Legende und aktueller Teammanager Gianluigi Buffon seinem früheren Teamkollegen einen Kuss auf den Hinterkopf drückte. Beide waren 2006 beim letzten WM-Titelgewinn Italiens in Berlin dabei.

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Zwölf Jahre WM-Abstinenz als Last

Die Last der vergangenen Jahre lastete schwer auf den italienischen Schultern. Sowohl 2018 als auch 2022 hatten die Italiener die WM-Teilnahme verpasst, nachdem sie in den Qualifikations-Playoffs an Außenseitern wie Schweden und Nordmazedonien gescheitert waren. Diese zwölfjährige Durststrecke ohne WM-Beteiligung stellt eine besondere Belastung dar.

„Wir haben in dieser Woche ein bisschen Monster gesehen, wenn du zurückdenkst an das, was Italien in den letzten Jahren passiert ist“, beschrieb Tonali die psychologische Herausforderung. Juventus-Profi Manuel Locatelli verwies auf die besondere Verantwortung gegenüber jungen Fans: „Wir haben diese enorme Verantwortung gegenüber den Kindern gespürt“.

Kritische Stimmen und Warnungen

Trotz des Erfolgs bleiben kritische Stimmen nicht aus. Die Zeitung „Tuttosport“ kommentierte sarkastisch: „Es stimmt ein wenig melancholisch, einen Sieg gegen Nordirland zu feiern und sich darüber zu freuen, als wäre es eine Heldentat. Doch weil wir uns so lange als Snobs aufgeführt haben, haben wir zwei Weltmeisterschaften verpasst.“

Besondere Aufmerksamkeit erregte ein Vorfall während der Live-Übertragung des italienischen Senders Rai. Als italienische Spieler das Elfmeterschießen zwischen Bosnien und Wales verfolgten und sich nach dem bosnischen Erfolg jubelnd vom Handy-Bildschirm abwandten, kritisierte TV-Experte Daniele Adani dieses Verhalten scharf: „Wir wollten sie doch gar nicht zeigen, und jetzt sehen wir sie beim Jubeln... Wir müssen am Dienstag jubeln.“

Herausforderung in Bosnien

Trainer Gattuso warnte vor der schwierigen Aufgabe in Zenica: „Wir werden mindestens 90 Minuten durch das Feuer gehen müssen“. Die bosnische Mannschaft um Altmeister Edin Dzeko von Schalke 04 zeigte gegen Wales Kampfgeist und will die Sensation gegen die favorisierten Italiener schaffen.

Die italienische Presse blickt mit gemischten Gefühlen nach vorn. Während die „Gazzetta dello Sport“ pathetisch schrieb: „Amerika, wir sehen dich. Noch ein wenig klein, noch in der Ferne, aber du bist am Horizont erschienen“, sind die Sorgen vor einer dritten Playoff-Blamage längst nicht verschwunden. Der Weg zur WM in Nordamerika führt für Italien über eine letzte, entscheidende Hürde in Bosnien.

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