Italien nach Playoff-Sieg: Vorläufige Befreiung von den WM-Geistern
Italien nach Playoff-Sieg: Befreiung von WM-Geistern

Italien nach Playoff-Sieg: Vorläufige Befreiung von den WM-Geistern

Die italienische Fußballnationalmannschaft kann nach einem mühsamen aber verdienten 2:0 (0:0)-Sieg gegen Nordirland in den Playoffs zur Fußball-Weltmeisterschaft vorerst aufatmen. Der viermalige Weltmeister hat sich damit für das entscheidende Playoff-Finale qualifiziert, das am Dienstag in Bosnien stattfinden wird.

Die Last der vergangenen Jahre

Mittelfeldspieler Sandro Tonali, der mit seinem Treffer in der 56. Minute die Führung erzielte, beschrieb die psychische Belastung des Teams: „Wir haben in dieser Woche ein bisschen Monster gesehen, wenn du zurückdenkst an das, was Italien in den letzten Jahren passiert ist.“ Sowohl 2018 als auch 2022 hatte Italien in den Playoffs gescheitert und musste bei den Weltmeisterschaften zuschauen.

Gegen Nordirland zeigte sich diese historische Bürde deutlich: „Wir waren nervös und ängstlich“, räumte Tonali ein. Erst sein Tor und der Treffer von Moise Kean in der 80. Minute brachten die entscheidende Beruhigung. Tonali betonte jedoch die mentale Wende: „Wir haben uns aber von allem befreit.“

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Der Druck einer ganzen Generation

Die Last auf den Schultern der „Azzurri“ war enorm. Die italienische Sportzeitung „Gazzetta dello Sport“ verdeutlichte dies am Spieltag mit einer bewegenden Titelseite: Fotos von jugendlichen Fans und Kindern, die noch nie Italien bei einer Weltmeisterschaft gesehen haben.

Juventus-Routinier Manuel Locatelli gab zu: „Wir haben diese enorme Verantwortung gegenüber den Kindern gespürt.“ Stürmer Moise Kean schilderte seine Emotionen nach seinem Tor noch eindringlicher: „Nach meinem Tor habe ich das ganze Land auf meinen Schultern gespürt.“

Die letzte Hürde wartet in Bosnien

Trotz der Erleichterung nach dem Sieg gegen Nordirland wissen alle Beteiligten, dass die eigentliche Herausforderung noch bevorsteht. Im Finale wartet die bosnische Nationalmannschaft um Altstar Edin Dzeko.

Tonali mahnte zur Vorsicht: „Wir werden noch mindestens 90 Minuten durch das Feuer gehen müssen.“ Nationaltrainer Gennaro Gattuso zeigte sich zwar erleichtert, verwies aber gleichzeitig auf den Druck, der auch beim Gegner lastet: „Den Druck, den wir verspüren, den haben auch die anderen.“

Nach den traumatischen Playoff-Niederlagen gegen Schweden 2018 und Nordmazedonien 2022 hofft das italienische Team nun auf das Happy End in Zenica. Ein Sieg gegen Bosnien würde endlich das lang ersehnte WM-Ticket für den Sommer bedeuten und eine ganze Generation von italienischen Fußballfans von den Geistern der Vergangenheit befreien.

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