Vor Topspiel in Leipzig: Jena-Kapitän kritisiert Klub-Umfeld und Stimmung
Es könnte für Carl Zeiss Jena bereits das entscheidende Saisonspiel werden! Vor dem Kracher am Sonntag um 14 Uhr bei Lok Leipzig ist die Ausgangslage eindeutig: Lok Leipzig liegt – bei einem Spiel mehr – mit zehn Punkten Vorsprung vor dem FCC. Sollte Jena gewinnen, könnte der Rückstand – bei dann gleicher Anzahl absolvierter Partien – auf lediglich vier Zähler schrumpfen. Der Titelkampf wäre damit plötzlich wieder vollkommen offen.
FCC-Kapitän Nils Butzen bleibt trotzdem zurückhaltend
FCC-Kapitän Nils Butzen (32) bleibt dennoch bescheiden: „Wir sind nicht der Favorit in dieser Begegnung.“ Darüber hinaus hat er das Gefühl, dass die Stimmung rund um den Klub deutlich kritischer ist, als es die aktuelle Tabellenkonstellation eigentlich hergeben würde. „Ich habe manchmal den Eindruck, auch im unmittelbaren Umfeld des Vereins, dass wir eine richtig schlechte Saison absolvieren.“
Hinrundenspiel endete mit Sieg für Jena
Dabei hat Jena durchaus die realistische Chance, die Tür im spannenden Aufstiegsrennen noch einmal weit aufzustoßen. Lok Leipzig wurde in dieser Saison im heimischen Ernst-Abbe-Sportfeld bereits mit 1:0 geschlagen – und gegen die großen Konkurrenten liefert der FCC meist überzeugende Leistungen ab. Trainer Volkan Uluc möchte vor dem Spitzenspiel jedoch keine großen Parolen ausgeben. „Es ist dort schwer zu spielen, das wissen wir alle sehr genau. Wir dürfen das Spiel auf keinen Fall bereits in der ersten Halbzeit wegschmeißen.“
Defensiv steht Jena inzwischen wieder stabil
Defensiv präsentiert sich Jena inzwischen wieder deutlich stabiler. Das eigentliche Problem liegt gegenwärtig eher in der Offensive: Die Stürmer hatten zuletzt erkennbare Ladehemmungen. Kapitän Butzen hofft deshalb inständig auf das sogenannte „Ketchupflaschen-Prinzip“: Ein einziger Treffer könnte den Knoten endgültig lösen. „Wenn wir uns die entstandenen Torchancen zuletzt genau anschauen, wäre das wirklich gut für uns“, erklärt Butzen. Klar ist aber auch: Abschießen lassen wird sich der Tabellenführer Lok Leipzig sicherlich nicht.
Trainer Uluc stärkt sein Team demonstrativ den Rücken
Uluc stärkt seiner Mannschaft demonstrativ und öffentlichkeitswirksam den Rücken: „Hier in Jena ist es im Umfeld manchmal wie der unmittelbare Weltuntergang. Die Jungs machen ihre Sache wirklich gut. Aber sie haben vom Umfeld her gewisse Probleme, das alles korrekt einzuordnen. In Jena kommt mitunter eine Stimmung auf, da wird ein Keil zwischen Mannschaft und Fans getrieben: Jetzt steigen sie bestimmt nicht auf. Ich bin jedoch ausgesprochen stolz auf meine gesamte Mannschaft.“
Personell droht zudem noch ein möglicher Ausfall: Verteidiger Maurice Hehne könnte am Sonntag tatsächlich fehlen – er kann jeden Tag Vater werden und steht somit vor einer freudigen privaten Verpflichtung.



