Nach FC-Bayern-Sieg: Jonas Urbig weicht Zukunftsfrage auffällig aus
In der Allianz Arena herrschte nach dem überzeugenden 4:1-Heimsieg gegen Atalanta Bergamo eine bemerkenswerte Stille. Während die Fans den Erfolg feierten, breitete sich hinter den Kulissen ein Mantel des Schweigens aus – besonders wenn es um eine bestimmte Zukunftsfrage ging.
Die große Ausweichaktion des Bayern-Keepers
Jonas Urbig, der 22-jährige Torwart des FC Bayern München, wirkte bei seinem Auftritt in der Mixed-Zone wie sorgfältig vorbereitet. Auf die Frage, was er in der kommenden Länderspielpause plane, antwortete der Keeper ausweichend: "Ich weiß von nichts, aber ich würde in diesem Rahmen hier jetzt über das Spiel sprechen." Eine clevere Taktik, die jedoch nicht vollständig aufging.
Denn kurz darauf gab Urbig doch zu: "Ich habe es tatsächlich nach dem Spiel kurz gehört, dass das wohl so sein soll." Der junge Torhüter betonte jedoch, er habe noch nicht auf sein Handy geschaut, um mögliche Nachrichten zu überprüfen.
Offizielle Bekanntgabe für Donnerstag erwartet
Am Donnerstag um 14 Uhr soll Bundestrainer Julian Nagelsmann seinen 26-Mann-Kader für den DFB-Lehrgang Ende März verkünden. Laut übereinstimmenden Medienberichten wird Jonas Urbig auf dieser Liste stehen. Damit würde sich der Bayern-Keeper in eine legendäre Reihe von Nationaltorhütern des FC Bayern einreihen.
Seine potenziellen Vorgänger in dieser illustren Gruppe heißen Sepp Maier, Oliver Kahn, Jörg Butt, Sven Ulreich und natürlich Manuel Neuer – allesamt große Namen des deutschen Fußballs.
Bayern-Führung hält sich bedeckt
Auch die Verantwortlichen des FC Bayern zeigten sich auffällig zurückhaltend. CEO Jan-Christian Dreesen betonte, von nichts zu wissen, und lachte dabei. "Sowohl Lennart Karl, als auch Tom Bischof und Jonas Urbig spielen eine tolle Saison", lobte der Bayern-Boss lediglich die Leistungen seiner Youngsters.
Sekunden später fügte Dreesen jedoch hinzu: "Natürlich freue ich mich, wenn sie nominiert werden. Aber das ist Sache des Bundestrainers." Eine diplomatische Formulierung, die die Entscheidungshoheit beim DFB belässt.
Kompany bestätigt Austausch mit Nagelsmann
Trainer Vincent Kompany ging auf die Urbig-Frage ebenfalls nicht näher ein, bestätigte aber: "Es gibt einen gesunden Austausch mit Julian Nagelsmann. Den gibt es mit jedem Bundestrainer. Das ist normal." Der belgische Trainer vermied es jedoch, Details preiszugeben oder die Nominierung vorwegzunehmen.
Interessant ist die Einigkeit innerhalb des FC Bayern: Während man sich nach dem Bergamo-Spiel darauf verständigte, nichts Unoffizielles herauszugeben, ist man sich intern einig, dass Urbig sich eine Nominierung für die Spiele gegen die Schweiz (27. März) und Ghana (30. März) verdient hätte.
Urbigs Entwicklung beim FC Bayern
Der 22-Jährige hat sich in dieser Saison als zuverlässiger Backup von Manuel Neuer entpuppt. Immer wenn der Kapitän verletzt ausfiel – was in dieser Saison mehrfach der Fall war – zeigte Urbig überzeugende Leistungen. Echte Patzer passierten ihm nur selten.
"Ich konnte jetzt auch in über 80 Einsätzen in den Profiligen meine Erfahrungen sammeln und meinen eigenen Stil entwickeln", erklärt Urbig selbst. Der gebürtige Euskirchener strahlt Ruhe aus und überzeugt durch zielgenaue Abschläge.
Diese Entwicklung war in dieser Form nicht unbedingt erwartet worden. Beim Transfer Ende Januar 2025 vom 1. FC Köln, wo er nur die Nummer zwei hinter Marvin Schwäbe war, bestand wie bei nahezu jedem Talent ein gewisses Risiko.
"Ich bin in München super aufgenommen worden", betont Urbig. "Ich habe schon einen Weg gemacht." Dieser Weg könnte bei einem möglichen Karriereende von Manuel Neuer sogar zur Nummer eins beim FC Bayern führen. Laut Informationen der AZ stehen die Chancen dafür nicht schlecht.
Die nächsten Schritte
Für Donnerstag wird die offizielle Bekanntgabe des DFB-Kaders erwartet. Sollte Jonas Urbig tatsächlich nominiert werden, wäre dies der nächste logische Schritt in seiner beeindruckenden Entwicklung. Der junge Torhüter hat gezeigt, dass er nicht nur technisch, sondern auch mental für höhere Aufgaben bereit ist.
Seine zurückhaltende Reaktion auf die Nominierungsgerüchte zeigt zudem ein professionelles Verständnis für die Abläufe im Profifußball. Urbig weiß, dass letztlich nur die offizielle Bekanntgabe zählt – und bis dahin gilt es, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: die Leistungen auf dem Platz.



