Oliver Kahn kritisiert langsame Führungswechsel beim FC Bayern
Kahn kritisiert langsame Führungswechsel bei Bayern

Oliver Kahn übt scharfe Kritik an ehemaligen Bayern-Bossen

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München, Oliver Kahn, hat in einem Interview mit Sky deutliche Worte gegenüber den langjährigen Vereinslenkern Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge gefunden. Der 56-jährige Ex-Torwart stellte deren mehrfach angekündigten Rückzug aus der Vereinsführung öffentlich infrage und kritisierte das langsame Tempo bei der personellen Neuaufstellung.

Kahn bemängelt "Schneckentempo" bei Führungswechsel

"Man hört dann: 'Wir werden uns irgendwann zurückziehen, wenn die richtigen Leute gefunden sind.' Das Ganze zieht sich jetzt viele, viele Jahre hin", erklärte Kahn im Gespräch mit dem Sportsender. "Und gefunden hat man ja jetzt scheinbar immer noch niemanden." Zwar habe der Verein mit Rouven Kasper einen neuen Marketingvorstand verpflichten können, aber insgesamt bewege sich die Neuaufstellung der Führungsetage weiterhin im Schneckentempo.

Kahn bezog sich dabei auf die wiederholten Ankündigungen von Uli Hoeneß, sich komplett aus der operativen Vereinsführung zurückzuziehen, sobald der FC Bayern München personell gut aufgestellt sei. Sowohl Hoeneß als auch Karl-Heinz Rummenigge sind nach wie vor Mitglieder des Aufsichtsrats des Rekordmeisters.

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Hoeneß wehrt sich gegen Einmischungsvorwürfe

Bereits im Oktober hatte Uli Hoeneß beim Münchener Marketing Kongress Vorwürfe zurückgewiesen, er und Rummenigge würden sich zu stark in aktuelle Vereinsgeschäfte einmischen. "Es werde ja immer gesagt: 'Der Rummenigge und der Hoeneß, die quasseln da ständig dazwischen'. Das stimmt überhaupt nicht", betonte der Ehrenpräsident des FC Bayern.

Im SPORT1-Doppelpass hatte Hoeneß zudem deutlich gemacht, dass ein vollständiger Rücktritt erst dann erfolgen werde, wenn beide das Gefühl haben, dass "die richtigen Personen am richtigen Posten" sind. Diese Aussage nahm Kahn nun zum Anlass für seine kritischen Bemerkungen.

Kahns eigene Bayern-Vergangenheit

Oliver Kahn war von Januar 2020 bis Juni 2021 zunächst Vorstandsmitglied bei den Bayern, bevor er bis Ende Mai 2023 das Amt des Vorstandsvorsitzenden übernahm. Trotz des Gewinns der elften deutschen Meisterschaft in Folge wurde Kahn gemeinsam mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic am 27. Mai 2023 überraschend entlassen.

Die Art und Weise der Entlassung stieß damals auf breite Kritik von Seiten der Anhängerschaft. Kahn selbst verabschiedete sich mit einem lauten Knall vom Verein - ihm wurde sogar der Zutritt zum Stadion am letzten Bundesliga-Spieltag verwehrt.

Im Oktober zog der ehemalige Nationaltorhüter schließlich einen endgültigen Schlussstrich unter seine Zeit beim FC Bayern: "Für mich ist diese Zeit vorbei. Das ist Vergangenheit. Ich habe diese Tür für mich auch zugemacht und beschäftige mich mit anderen Themen", erklärte Kahn damals.

Die aktuellen Äußerungen zeigen jedoch, dass Kahn weiterhin ein wachsames Auge auf die Entwicklungen bei seinem früheren Verein hat und nicht davor zurückschreckt, unbequeme Fragen zu stellen, wenn es um die Führungsstrukturen beim deutschen Rekordmeister geht.

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