Oliver Kahn mit klarer Empfehlung: Musiala sollte WM auslassen
In einer deutlichen Stellungnahme hat Fußball-Legende Oliver Kahn (56) dem deutschen Nationalspieler Jamal Musiala (23) geraten, auf die anstehende Weltmeisterschaft zu verzichten. Der ehemalige Bayern-München-Vorstand sprach beim „Triple – der Hagedorn Fußballtalk“ auf „Sky“ Klartext und begründete seine Position mit der notwendigen Rückkehr zur Bestform des jungen Offensivtalents.
„Absolut ja, natürlich“ – Kahns eindeutige Antwort
Auf die direkte Frage, ob Musiala über eine WM-Absage nachdenken sollte, antwortete Kahn ohne Umschweife: „Absolut ja, natürlich.“ Der Ex-Torwart erläuterte seine Haltung mit den Worten: „Das ist doch das Allerwichtigste: Wenn ich spüre, irgendwas stimmt nicht in meinem Spiel – vielleicht bin ich noch nicht bereit, in die Zweikämpfe zu gehen – dann muss ich an mir arbeiten, bis ich wieder bereit bin.“
Kahn betonte die Priorität der persönlichen Entwicklung: „Ich als Profi muss denken: Ich muss erst mein altes Level wieder erreichen, und dann kann ich über Weltmeisterschaften und über die großen Sachen nachdenken.“ Diese Aussage fällt in eine kritische Phase für Musiala, der seit seiner schweren Verletzung noch nicht an frühere Leistungen anknüpfen konnte.
Hintergrund: Die schwere Verletzung und der schwierige Weg zurück
Im Juli 2025 erlitt Jamal Musiala bei der Klub-Weltmeisterschaft den bisher schwersten Rückschlag seiner jungen Karriere. Im Spiel gegen Paris Saint-Germain brach sich der junge Superstar das linke Wadenbein und riss sich mehrere Bänder im Sprunggelenk. Nach einem halben Jahr Pause feierte er im Januar sein Comeback, wird seitdem jedoch behutsam vom FC Bayern München aufgebaut.
Der erhoffte Durchbruch blieb bisher aus: Erst vor dem wichtigen Spiel gegen Real Madrid (2:1) litt Musiala unter einer Schmerzreaktion am vormals verletzten Sprunggelenk. Bayern-Sportvorstand Max Eberl kommentierte die Situation realistisch: „Es ist keine Verletzung, die mal so im Vorbeigehen rehabilitiert wird. Da ist viel Körperlichkeit dabei, aber auch Seele und Psyche sind mit dabei.“
Eberl fügte hinzu: „So einen Einschlag möchte man nicht erleben – privat nicht, aber schon gar nicht in seinem Beruf. Dementsprechend war es für uns klar, dass diese Reintegration auch ein Stück weit Zeit benötigt.“ Diese Einschätzung spiegelt sich auch in der Entscheidung von Bundestrainer Julian Nagelsmann wider, der Musiala bei den Testspielen gegen die Schweiz (4:3) und Ghana (2:1) nicht berief.
Weitere kritische Stimmen: Hamann sieht WM nicht als aktuelles Thema
Nicht nur Oliver Kahn äußert sich skeptisch zur WM-Teilnahme Musialas. TV-Experte Dietmar Hamann urteilte sogar noch schärfer: „Die WM ist nicht in Gefahr, die WM ist im Moment kein Thema.“ Der ehemalige Nationalspieler erklärte: „Ich glaube, dass auch der Spieler und die Bayern im Moment alles im Kopf haben außer der Weltmeisterschaft.“
Diese Aussagen unterstreichen die ernste Lage, in der sich der 23-jährige Offensivspieler befindet. Nach einer derart schwerwiegenden Verletzung mit komplexen Rehabilitation erfordert die Rückkehr in die Weltspitze Geduld und Fokus – Eigenschaften, die laut Kahn und Hamann aktuell Vorrang vor internationalen Turnieren haben sollten.
Die Diskussion um Musialas WM-Teilnahme verdeutlicht die schwierige Balance zwischen kurzfristigen Erfolgen und langfristiger Karriereplanung im Profisport. Während Fans und Medien auf einen schnellen Rückkehr des Talents hoffen, mahnen Experten zur Vorsicht und priorisieren die vollständige Genesung über prestigeträchtige Turnierteilnahmen.



