Fortuna Düsseldorf: Kastenmeiers Rückkehr mit Schattenseiten
Für Florian Kastenmeier (28) gibt es endlich positive Nachrichten von den Ärzten. Nach seiner Augenverletzung hat der Torwart von Fortuna Düsseldorf zu Beginn der Woche grünes Licht erhalten und trainiert jetzt wieder mit einer speziellen Schutzmaske. Damit steht seinem Einsatz am Sonntag gegen Hertha BSC (13.30 Uhr/Sky) praktisch nichts mehr im Wege. Trainer Markus Anfang (51) hatte bereits nach der 0:1-Niederlage gegen Eintracht Braunschweig klargestellt: „Die Rollenverteilung ist grundsätzlich klar.“ Das bedeutet: Kastenmeier bleibt die unangefochtene Nummer eins, während Marcel Lotka (24) wieder auf die Ersatzbank zurückkehren muss.
Lotkas starke Leistungen als Herausforderung
In den beiden Spielen, in denen Lotka für den verletzten Kastenmeier einspringen musste, zeigte der Ersatztorwart überzeugende Leistungen. Sowohl beim 1:0-Auswärtssieg in Nürnberg als auch bei der Niederlage in Braunschweig präsentierte sich der 24-Jährige als verlässliche letzte Instanz. Trainer Anfang bestätigte diese Eindrücke: „Wir wissen, dass wir uns auf ‚Lotti‘ verlassen können.“ Diese Entwicklung hat jedoch unerwartete Konsequenzen für den etatmäßigen Stammtorwart.
Denn während Kastenmeiers Position im Tor der Fortuna für die restlichen Spiele der Saison als gesichert gilt – es sei denn, er macht plötzlich gravierende Fehler –, hat sich seine Verhandlungsposition bei den laufenden Vertragsgesprächen deutlich verschlechtert. Der Kapitän, dessen Vertrag ausläuft, verhandelt aktuell mit Sportdirektor Sven Mislintat (53) über eine Verlängerung. Nach Informationen der BILD erwartet Kastenmeier aufgrund seiner Leistungssteigerung in den letzten Jahren und seiner Ernennung zum Mannschaftskapitän eine angemessene Gehaltserhöhung.
Verhandlungsposition deutlich geschwächt
Die Präsenz von Marcel Lotka als sofort einsatzbereite Alternative verändert die Verhandlungssituation grundlegend. Fortuna Düsseldorf steht nicht mehr unter dem Druck, unbedingt mit Kastenmeier verlängern zu müssen. Sollte der 28-Jährige den Verein tatsächlich verlassen, wäre mit Lotka bereits ein kompetenter Nachfolger vorhanden, dessen Vertrag noch zwei Jahre läuft. Mislintat müsste in diesem Fall lediglich in eine neue Nummer zwei investieren, nicht aber einen neuen Stammtorwart suchen.
Diese Situation gibt dem Verein deutlich mehr Verhandlungsspielraum. Mislintat könnte, wenn er es für notwendig hält, die Gehaltsforderungen Kastenmeiers nach unten korrigieren, ohne befürchten zu müssen, dass die Torhüterposition anschließend unbesetzt bliebe. Damit wird deutlich: Auch wenn in den kommenden Wochen in der 2. Liga weiterhin Florian Kastenmeier im Tor der Fortuna stehen wird, entwickelt sich die Situation auf der Torhüterposition zu einem spannenden Machtspiel hinter den Kulissen.
Die starken Leistungen des Ersatztorwarts haben nicht nur dem Team in der Abwesenheit des Stammkeepers geholfen, sondern auch die Kräfteverhältnisse bei den Vertragsverhandlungen neu justiert. Während Kastenmeier seine Rückkehr auf den Platz feiern kann, muss er gleichzeitig akzeptieren, dass seine Verhandlungsposition durch die überzeugenden Auftritte seines Vertreters spürbar geschwächt wurde.



