Kauczinskis Ruck-Rede: 1860-Coach fordert vollen Einsatz gegen Aue trotz Rekordmarke
Kauczinski: 1860 muss gegen Aue mit vollem Einsatz antreten

Kauczinski über 1860-Fluch: "Wir werden alles dafür tun, dass es nicht so kommt"

Als weiß-blaue Aufholjäger nochmal ins Aufstiegsrennen eingreifen und in den restlichen zwölf Spielen alles aus sich herausholen? Wer darauf keinen Bock hat, der kann laut Sechzger-Trainer Michael Kauczinski gleich nach Hause gehen. Vor dem zweiten Duell in der Englischen Woche am Dienstag gegen Erzgebirge Aue hielt der 56-Jährige eine deutliche Ruck-Rede über die Motivation seiner Mannschaft.

Rekordmarke kein Grund zum Feiern

Satte 42 Punkte nach 26 Spieltagen – der TSV 1860 hat nicht nur die magische 40-Punkte-Marke geknackt, sondern einen neuen vereinsinternen Drittliga-Rekord aufgestellt. Noch nie hatte Sechzig zu diesem Zeitpunkt mehr Zähler auf dem Konto. Doch Trainer Kauczinski wehrte ab: "Ich bin da überhaupt nicht stolz darauf oder sonst irgendwas", erklärte er und verwies auf das Hamsterrad der Liga.

"Wir sind gerade so im Flow, dass gar keine Zeit ist, irgendeinen Strich drunter zu machen. Wir sind mittendrin!" betonte der Coach. Gestern Hoffenheim II (2:1), heute Erzgebirge Aue, morgen Viktoria Köln: Für den TSV 1860 geht es Schlag auf Schlag in dieser verrückten Liga.

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Nur ein Ziel: Aue bezwingen

Kauczinski ließ auf der zweiten von drei wöchentlichen Spieltags-Pressekonferenzen keine Fragen über Winter-Transfers oder Kaderdiskussionen zu: "Das ist doch alter Käse!" Für ihn zählt aktuell nur das Duell gegen den angeschlagenen Erzgebirge-Boxer aus Aue, der in der Rückrunde bisher nur zwei Punkte holte.

"So gefährlich wie jedes andere Drittligaspiel auch!" warnte Kauczinski vor Unterschätzung. "Wir haben gegen Teams von oben gespielt, das war hart und schwer, gegen die Teams von unten war es hart und schwer. Jede Aufgabe hat etwas Besonderes, auf jede Aufgabe müssen wir uns neu einstellen."

Die Bock-Pflicht der Löwen

Die Kernbotschaft des Chefcoaches ist klar: Seine Mannschaft muss von selbst bis in die Haarspitzen motiviert sein. "Wir haben gerade gute Stimmung, gute Laune, das nehme ich als positiv wahr. Aber wenn jetzt einer glaubt, dass es ohne vollen Einsatz geht, dann hat unsere Mannschaft da vorne nichts verloren."

Kauczinski will seine Löwen gar nicht erst anzünden müssen – sie sollen selbst brennen. "Das muss die Mannschaft selbst kapieren, ohne dass ich 20 Mal dieselbe Platte auflegen muss!" Wenn die Sechzger das verinnerlichen würden und sich auf ihre Stärken besinnen, dann schaut es gar nicht so schlecht aus mit einer Verlängerung der Siegesserie.

Brennende Muskeln als Schönheit

Der Trainer hat den Löwen eine Bock-Pflicht verordnet, die auch dann gilt, wenn die englische Woche lang und länger wird. "Auch, wenn man müde wird und die Belastung da ist", oder mit anderen Worten: wenn die Muskeln brennen. Kauczinski dazu: "Es gibt doch nichts Schöneres."

Vielmehr sollen seine Sechzger einfach Lust darauf haben, die Welle weiterzureiten und ihre vor ein paar Wochen schon verloren geglaubte Aufstiegschance beim Schopfe zu packen. In einer Liga, in der sich vom neuen Spitzenreiter VfL Osnabrück (49 Punkte) bis zu den achtplatzierten Giesingern noch alle Teams Aufstiegschancen ausrechnen dürfen, ist jeder Punkt kostbar.

Ex-Löwen als besondere Gefahr

Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Ex-1860-Spielern Marcel Bär und Julian Guttau, die nun für Aue auflaufen. Ein ungeschriebenes Gesetz besagt, dass beim Aufeinandertreffen oft ein Ex-Löwe ins Herz der Blauen trifft. Kauczinski dazu entschlossen: "Wir werden alles dafür tun, dass es nicht so kommt!"

Die Szene aus dem Hinspiel, in dem Ex-Löwe Julian Guttau Kevin Volland entwischt, soll sich nicht wiederholen. Der Trainer fordert konzentrierte Abwehrarbeit und maximale Einsatzbereitschaft gegen jeden Gegner, egal ob Tabellenführer oder Kellerkind.

"Jetzt heißt es einfach: Abrufen, da sein! Es muss einfach Bock machen, jetzt da zu sein", lautet die fast schon predigtartige Botschaft des weisen Trainer-Kauzes. Ob seine Löwen dieser Pflicht nachkommen, wird sich am Dienstagabend im Duell gegen Erzgebirge Aue zeigen.

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