Kein Aufstiegs-Bonus: Kauczinski erklärt Reinthalers Stammplatz bei 1860 München
Kauczinski: Kein Bonus für Reinthaler trotz gemeinsamer Vergangenheit

Leistung statt Vergangenheit: Kauczinski erklärt Reinthalers Stammplatz

Beim TSV 1860 München sorgt Abwehrchef Max Reinthaler derzeit für Stabilität in der Defensive. Trainer Markus Kauczinski begründet den Stammplatz seines Innenverteidigers jedoch nicht mit gemeinsamer Vergangenheit, sondern ausschließlich mit überzeugenden Leistungen. Beide Akteure feierten in der Saison 2022/23 mit dem SV Wehen Wiesbaden den Aufstieg in die Zweite Bundesliga – ein Erfolg, der über die Relegation gegen Arminia Bielefeld mit deutlichen 4:0- und 2:1-Siegen erreicht wurde.

Keine Erbhöfe beim Löwen-Trainer

Markus Kauczinski, der 56-jährige Trainer aus Gelsenkirchen, betont nachdrücklich sein Leistungsprinzip. "Es gibt keine Erbhöfe bei mir, auch wenn ich ihn schon trainiert habe", stellt der Übungsleiter klar. "Er muss seine Leistung bringen, muss da sein, muss präsent sein und das hat er getan." Damit weist Kauczinski Spekulationen zurück, wonach Reinthaler aufgrund der gemeinsamen Wiesbadener Zeit einen Bonus genießen könnte.

Der 30-jährige Südtiroler Reinthaler erhielt seine Chance bei den Löwen nach einer Verletzungsserie in der Innenverteidigung. Kapitän Jesper Verlaat fiel mit einer schweren Muskelverletzung aus, gefolgt von Nachwuchsspieler Sean Dulic und dem Österreicher Raphael Schifferl. "Bei Max war es so, dass eine Tür aufging und die hat er genutzt", beschreibt Kauczinski die Situation.

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Sofortige Wirkung und defensive Stabilität

Reinthaler nutzte seine Chance umgehend und etablierte sich als Abwehrchef. Unter seiner Führung gelang 1860 München gegen Ende der Hinrunde eine Serie von vier Siegen in Folge. In der Rückrunde folgte eine weitere erfolgreiche Phase mit fünf Siegen am Stück sowie einem Unentschieden gegen den Ex-Verein Wehen Wiesbaden.

"Er wurde gebraucht und hat gute Leistungen gebracht", analysiert Kauczinski. "Er hat auch nicht gesagt, gib mir drei, vier Spiele und dann bin ich da. Er hat sofort gezeigt, dass er da ist. Das ist das, was ich von einem Spieler erwarte." Der Trainer hebt insbesondere Reinthalers defensive Organisation, seine Führungsqualitäten in der Dreierkette und seine Ballfertigkeit hervor.

Vertrauen muss sich erst verdient werden

Kauczinski dreht das übliche Vertrauensverhältnis zwischen Trainer und Spieler um. "Mit diesem Vertrauen hab ich es nicht so, muss ich ehrlich sagen", erklärt der Trainer. "Es sagen immer alle: 'Vertrau mir!' Und ich sage immer: Spiel du erstmal gut, dann kommt das Vertrauen von alleine!"

Diese Philosophie bewährt sich aktuell, da Kapitän Jesper Verlaat wieder fit ist und um seinen Platz kämpft. "Es gilt, was für jeden gilt", betont Kauczinski. "Solange das so ist und solange er das tut, gibt es auch nichts darüber nachzudenken." Reinthaler behält seinen Platz also nicht wegen vergangener Erfolge, sondern weil er von Spiel zu Spiel überzeugt.

Die gemeinsame Aufstiegsgeschichte mit Wiesbaden verbindet Kauczinski und Reinthaler zwar emotional, spielt aber keine Rolle für sportliche Entscheidungen. Der Trainer aus dem Ruhrpott und der Verteidiger aus Südtirol haben bewiesen, dass Leistung im Profifußball den entscheidenden Faktor darstellt – unabhängig von persönlichen Beziehungen oder vergangenen Triumphen.

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