Champions League: Keine weiteren Sperren für Kimmich und Olise nach umstrittenen Gelben Karten
Nach dem umstrittenen Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Atalanta Bergamo bleibt den Bayern-Profis Joshua Kimmich und Michael Olise wohl eine zusätzliche Disziplinarmaßnahme erspart. Wie die französische Sporttageszeitung L'Equipe auf ihrer Internetseite berichtet, hat die Europäische Fußball-Union nach eingehender Prüfung beschlossen, keine weiteren Sanktionen gegen die beiden Spieler zu verhängen. Eine offizielle Bestätigung der UEFA steht zu diesem Zeitpunkt allerdings noch aus.
Gelbe Karten ohne zusätzliche Konsequenzen
Dem Bericht zufolge werden die Gelben Karten, die Kimmich und Olise beim 6:1-Sieg in Bergamo wegen Zeitspiels erhalten haben, keine weiteren Folgen nach sich ziehen. Beide Leistungsträger sahen damit jeweils ihre dritte Gelbe Karte in diesem Wettbewerb und sind für das kaum noch relevante Rückspiel in München gesperrt. Für ein mögliches Viertelfinale gegen Manchester City oder Real Madrid stünden sie jedoch wieder zur Verfügung.
Laut L'Equipe hat der norwegische Schiedsrichter Espen Eskas die Vorfälle um die Gelben Karten in seinem offiziellen Spielbericht nicht erwähnt und daher kein verdächtiges Verhalten der Bayern-Profis geahndet. Diese Darstellung soll dazu geführt haben, dass die Disziplinarkommission der UEFA von weiteren Maßnahmen absieht.
Keine Sorge beim deutschen Rekordmeister
Beim deutschen Fußball-Rekordmeister FC Bayern München war bereits unmittelbar nach dem Spiel keine Besorgnis über mögliche längere Sperren zu spüren. Sportvorstand Max Eberl kommentierte die Situation nüchtern: „Wir haben geführt, wir haben auf Zeit gespielt, dann bekommst du Gelbe Karten.“
Ein historischer Vergleich zeigt jedoch, dass die UEFA durchaus strengere Maßnahmen ergreifen kann. So wurde Real Madrids Kapitän Sergio Ramos einst für zwei Partien in den UEFA-Wettbewerben gesperrt, nachdem er im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Ajax Amsterdam eine Gelbe Karte provoziert hatte. Allerdings hatte Ramos nach jenem Spiel auch eingeräumt, die Verwarnung absichtlich herbeigeführt zu haben.
Kimmich bestreitet absichtliches Verhalten
Von einer derartigen Aussage distanzierte sich Joshua Kimmich deutlich. Der Mittelfeldspieler betonte, man habe sich die Verwarnung nicht absichtlich eingehandelt. „Unnötiges Zeitspiel auf jeden Fall. Am Ende haben wir jetzt die Quittung, dürfen nicht mitspielen, fertig“, erklärte Kimmich nach dem Spiel. Damit unterstrich er, dass es sich um eine taktische Entscheidung im Spielverlauf handelte, nicht um eine bewusste Provokation einer Gelben Karte.
Die Situation verdeutlicht einmal mehr die feine Linie zwischen taktischem Zeitspiel und regelwidrigem Verhalten im professionellen Fußball. Während die Bayern-Profis nun mit einem blauen Auge davonkommen, bleibt die Diskussion über die Konsistenz von Disziplinarentscheidungen in europäischen Wettbewerben weiterhin aktuell.



