Arbeitsgericht vertagt Entscheidung im Trainer-Kündigungsstreit des VfL Osnabrück
Der langwierige Rechtsstreit zwischen dem VfL Osnabrück und seinem ehemaligen Trainerduo Marco Antwerpen und Frank Döpper geht weiter. Vor dem Arbeitsgericht Osnabrück ist am Dienstag noch kein Urteil in der Auseinandersetzung um die fristlose Kündigung der beiden Trainer gefallen. Stattdessen setzte der Vorsitzende Richter Christian Hageböke einen neuen Verhandlungstermin für den 30. März um 14:00 Uhr an.
Richter will sorgfältige Entscheidung treffen
Der Vorsitzende Richter Christian Hageböke begründete die Vertagung damit, dass das Gericht die Zeugenaussagen im schriftlichen Protokoll noch einmal genau prüfen müsse. „Man wolle sich die Entscheidung nicht einfach machen, weil es wirtschaftlich und menschlich um viel gehe“, erklärte Hageböke. Damit unterstrich er die Bedeutung des Falls, der sowohl finanzielle als auch persönliche Konsequenzen für alle Beteiligten haben könnte.
Hintergrund: Kündigung nach NFV-Pokalfinale
Der Fußball-Drittligist VfL Osnabrück hatte am 27. Mai 2025 gegen Trainer Marco Antwerpen und Co-Trainer Frank Döpper fristlose Kündigungen ausgesprochen. Dies geschah nach dem verlorenen NFV-Pokalfinale am 24. Mai 2025 gegen den Regionalligisten BW Lohne. Vorwürfe waren laut geworden, dass Antwerpen und Döpper versucht hätten, Einfluss auf die Partie zu nehmen.
Konkret sollen die beiden Trainer den damaligen Reha- und heutigen Athletiktrainer des VfL, Tim Schütte, unter Druck gesetzt haben, den für Lohne spielenden Osnabrücker Leihspieler Bernd Riesselmann anzurufen. Dabei hätten sie nahegelegt, dass Riesselmann auf einen Einsatz verzichten solle. Antwerpen und Döpper weisen diese Vorwürfe entschieden zurück.
Zeugenaussage von Athletiktrainer im Fokus
Im Mittelpunkt der Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Osnabrück stand die Befragung des heutigen Osnabrücker Athletiktrainers Tim Schütte. Schütte gab an, von Antwerpen zweimal dazu aufgefordert worden zu sein, Kontakt zu Riesselmann aufzunehmen. Der 54-jährige Trainer wies diesen Vorwurf vor Gericht erneut zurück und betonte seine Unschuld.
Interessanterweise spielte Riesselmann in dem umstrittenen Finale tatsächlich und erzielte sogar ein Tor. Inzwischen steht der Spieler wieder beim Tabellenführer der Dritten Liga unter Vertrag, was die Dynamik des Falls zusätzlich verkompliziert.
Bereits DFB-Sportgerichtsbarkeit beschäftigt
Der Fall hatte bereits die Sportgerichtsbarkeit des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) beschäftigt. Am 28. August wurde Antwerpen vom DFB-Sportgericht mit einer Sperre von zwölf Monaten belegt, während Döpper für drei Monate gesperrt wurde. Beide Trainer legten daraufhin Berufung ein.
Am 26. November reduzierte das Bundesgericht des DFB die Sperre für Antwerpen auf drei Monate und hob die Strafe für Döpper vollständig auf. Diese Entwicklung zeigt, wie komplex und mehrschichtig der Fall juristisch ist, mit parallelen Verfahren vor sportrechtlichen und arbeitsrechtlichen Instanzen.
Ausblick auf den nächsten Gerichtstermin
Mit der Vertagung auf den 30. März bleibt der Rechtsstreit weiter in der Schwebe. Die Klagen von Antwerpen und Döpper richten sich nicht nur gegen die ursprünglichen fristlosen Kündigungen, sondern auch gegen weitere im Nachhinein ausgesprochene Kündigungen. Das Arbeitsgericht Osnabrück hat nun Zeit, die Beweislage gründlich zu prüfen, bevor eine endgültige Entscheidung fällt.
Der Ausgang dieses Verfahrens könnte erhebliche Auswirkungen auf die Karrieren der beteiligten Trainer und den Ruf des VfL Osnabrück haben. Die Fußballwelt blickt gespannt auf den nächsten Termin, der Klarheit in diesen vielschichtigen Fall bringen soll.



