Keine Entschädigung für Cardiff nach Sala-Absturz: Gericht weist Klage ab
Sieben Jahre nach dem tragischen Tod des argentinischen Fußballprofis Emiliano Sala bei einem Flugzeugabsturz über dem Ärmelkanal hat ein Gericht eine bedeutende Entscheidung gefällt. Das Handelsgericht im westfranzösischen Nantes hat die Entschädigungsklage des walisischen Zweitligisten Cardiff City gegen den französischen Verein FC Nantes abgewiesen. Damit muss der französische Erstligist keine Zahlungen an Cardiff leisten, obwohl Sala zum Zeitpunkt des Unglücks gerade von Nantes nach Cardiff gewechselt war.
Details zum Gerichtsurteil und den Hintergründen
Das Gericht urteilte, dass dem FC Nantes in Bezug auf den Absturz des Sportflugzeugs am 21. Januar 2019 kein Verschulden nachgewiesen werden konnte. Stattdessen erkannte das Gericht an, dass Nantes durch den Vorfall einen immateriellen Schaden erlitten hat. Infolgedessen wurde Cardiff zur Zahlung von 480.000 Euro an Nantes verurteilt. Diese Summe steht im starken Kontrast zu den ursprünglichen Forderungen von Cardiff, die auf rund 120 Millionen Euro für angebliche Einkommensverluste lauteten.
Cardiff hatte das Gericht in Nantes im Jahr 2023 angerufen, um diese hohe Entschädigung zu fordern. Der Club argumentierte, dass der Tod des 28-jährigen Spielers erhebliche finanzielle Einbußen verursacht habe. Sala war auf dem Weg zu seinem ersten Training mit Cardiff, als das Unglück geschah. Er hatte sich für einen Charterflug entschieden, um mehr Zeit zum Abschiednehmen von Spielerkollegen und Freunden in Nantes zu haben.
Hintergründe zum Flugzeugabsturz und rechtlichen Konsequenzen
Die Untersuchungen zum Absturz ergaben, dass der Pilot der Unglücksmaschine weder eine Lizenz für kommerzielle Flüge noch für Nachtflüge besaß. Zudem soll er sich nach einem vom britischen Sender BBC veröffentlichten Telefonat technischer Mängel an dem Flugzeug bewusst gewesen sein. Der Geschäftsmann, der den Flug mit der einmotorigen Maschine organisiert hatte, wurde bereits zu einer 18-monatigen Haftstrafe wegen Gefährdung der Sicherheit eines Flugzeugs verurteilt.
Dieser Fall unterstreicht die komplexen rechtlichen und ethischen Fragen, die bei solchen tragischen Ereignissen im Profisport auftreten. Die Entscheidung des Gerichts betont, dass die Verantwortung für den Absturz nicht beim abgebenden Verein lag, sondern bei den unmittelbar Beteiligten der Flugorganisation.



